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12.12.2013

Aspartam - gefährlich oder nicht?

Wer hat sie noch nicht gehört, die Frage beziehungsweise Diskussion zum Thema Aspartam? Ein objektiver Blick auf den Süßstoff Aspartam.

Aspartam - gefährlich oder nicht?
Bildquelle: bigstockphoto.com/ Yastremska
Aspartam ist derzeit wohl der umstrittenste Süßstoff am Markt. Haarsträubende Berichte von Krebs, Demenz und ähnlichem machen die Runde. Doch was ist dran an diesen Berichten?

Wir möchten in diesem Artikel Aspartam genauer beleuchten, um damit eine Information an die Hand zu geben, mit der jeder für sich selbst und dann auch objektiv entscheiden kann, ob er diesen Süßstoff aus seiner Ernährung verbannt oder nicht.

Was genau verbirgt sich eigentlich hinter Aspartam?

Dem allgemein bekannten Haushaltszucker wurde der Wert 1 für die Süßkraft zugeordnet. In Vergleichen mit menschlichen Testern wurde für Aspartam der Wert 180 ermittelt. Somit ist dieser Süßstoff etwa 180mal süßer als Haushaltszucker. Dies erklärt auch, warum in mit Aspartam gesüßten Lebensmitteln fast keine Kalorien enthalten sind, auch wenn die gleiche Anzahl an Kalorien pro g (4,1) wie bei Zucker geliefert werden. Man benötigt nur sehr geringe Mengen, um die gleiche Süße zu erhalten wie bei Zucker, womit die Kalorien keine Rolle mehr spielen. Apartam ist häufig auch als E951 deklariert.

Aspartam wurde 1965 entdeckt und besteht primär aus drei Teilen. Den Hauptanteil machen hier die beiden Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure aus. Der dritte und kleinste Teil (etwa 10%) entfällt dabei auf Methanol. Zwei von den dreien können nun Probleme verursachen. Phenylalanin kann bei Menschen mit einer Unverträglichkeit zu gesundheitlichen Störungen im Bereich des Gehirns führen, da der Körper bei dieser Unverträglichkeit unfähig ist, diese abzubauen. Daher müssen mit Aspartam gesüßte Produkte auch mit „enthält eine Phenylalanin-Quelle“ gekennzeichnet sein.

Die Gefahr

Wie bereits erwähnt, belaufen sich etwa 10% von Aspartam auf Methanol. Methanol ist giftig. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Schwindel sind erste Anzeichen für eine Methanol-Vergiftung. Methanol wird im Körper zu Formaldehyd und Ameisensäure umgebaut. Formaldehyd steht im Verdacht, negative Einflüsse auf das Erbgut zu haben.

In unserem Alltag ist der Körper verschiedensten Methanolquellen ausgeliefert. Methanol wirkt bereits ab 0,1mg/Kg/T toxisch. Folgen einer Methanol-Vergiftung sind Hirnschädigungen bis hin zur Erblindung. Eine Dosis von mehr als 1g/Kg/T wirkt tödlich. Mit geringen Mengen kommt unser Körper aber bestens zurecht. So entstehen durch Stoffwechselprozesse in unserem Körper beispielsweise zwischen 300 und 600 mg Methanol pro Tag. In Europa wurde für Spirituosen eine maximale Menge von 15g pro Liter festgelegt. Selbst in Fruchtsäften können bis zu 200mg Methanol enthalten sein.

Aspartam - gefährlich oder nicht?
Bildquelle: bigstockphoto.com/zoom


Müssen wir nun doch Angst vor Aspartam haben?

Diese Frage solltet Ihr Euch am Ende dieses Artikels selbst beantworten können. Schauen wir uns nun mal die Mengen an, die als sicher gelten.

In Europa regelt die Europäische Behörde für Lebensmittelrecht - kurz EFSA - die Menge eines Stoffes, die für den Menschen als unbedenklich gilt. Innerhalb der EFSA wertet ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium alle vorhandenen Studien über einen Stoff aus und gibt daraufhin den sogenannten NOEL - „No observable effect level“ - heraus. Diese Menge wurde bei Aspartam bei 2000 mg pro Kg Körpergewicht festgelegt. Das bedeutet für einen etwa 80 kg schweren Menschen: eine Aufnahme von bis zu 160.000 mg pro Tag führt zu keinerlei negativen Effekten (ausgehend vom NOEL).

Um 100% sicher zu gehen, wird auf Grundlage des NOEL der ADI - „Accaptable Daily Intake“ - festgelegt. Beim Aspartam handelt es sich um die 50fach kleinere Menge, also 40 mg pro Kg Körpergewicht pro Tag.

Doch berechnen wir diese abstrakten Mengen einmal mit einem Eiweißshake. Um keine Schleichwerbung zu machen, bedienen wir uns hier der „Lebensmittelzusatzstoffverordnung(¹)“. Laut dieser Verordnung dürfen bei Proteinpulvern 1.000 mg Aspartam pro 1.000 g Pulver enthalten sein. Meist sind aufgrund der enormen Süßkraft noch weniger enthalten. Gehen wir von 30 g Pulver für einen Proteinshake aus, kommen wir auf 30 mg Aspartam pro Shake.

Grundlage für die Berechnung:


Zunächst bestimmen wir den ADI:

ADI = 80 kg x 40 mg = 3.200 mg

Nun errechnen wir die Anzahl an Shakes, die aufgenommen werden müssen, um den ADI zu erreichen:

ADI = 3.200 mg / 30 mg = 106,666 Shakes

Also müssten täglich ca. 106 Shakes verzehrt werden, um auf den ADI zu kommen. Mal Hand aufs Herz, kein Mensch wird jemals diese Menge verzehren.

Machen wir uns nun noch den Spaß und errechnen den NOEL für unsern Shake. Wir erinnern uns, der NOEL entspricht beim Aspartam dem etwa 50fachen. Also rechnen wir:

NOEL = 106 Shakes x 50 = 5.333 Skakes!!!

Somit wäre es theoretisch möglich, 5.333 Shakes zu verzehren, ohne dass es zu negativen Folgen durch das Aspartam kommen würde.

Erinnern wir uns noch einmal an die wirkliche Gefahr

Methanol ist der Stoff, der wirklich giftig ist (siehe Abschnitt: Die Gefahr). Wir erinnern uns daran, dass etwa 10% des Aspartams im Körper zu Methanol umgebaut werden. Vergleichen wir nun mal unseren Eiweißshake mit Fruchtsaft (bis zu 200 mg Methanol). Gehen wir mal von einem Bodybuilder mit 6 Mahlzeiten am Tag aus. Dieser Bodybuilder verzehrt (und das ist ein höchst unwahrscheinlicher Fall) nun 6 Shakes à 30 g Proteinpulver. Somit verzehrt er 180 g Pulver und damit ca. 180 mg Aspartam. Nun rechnen wir:

10% von 180 mg = 18 mg Methanol

Das heißt im Umkehrschluss, dass beim Verzehr von 6 Proteinshakes täglich nur ein Zehntel der Menge an Methanol aufgenommen wird wie beim Verzehr von einem Liter Fruchtsaft!!! Wer also aufgrund der Panikmache um diesen Süßstoff auf Light Getränke (bei deren Berechnung man im Übrigen zu ähnlichen Ergebnissen kommt), Proteinshakes oder generell Lebensmittel mit Aspartam verzichtet, sollte ebenfalls gänzlich auf den Konsum von Fruchtsäften verzichten.

Warum wird Aspartam aber verteufelt?

Es wurden in der Vergangenheit einige Studien veröffentlicht, die immer wieder versuchen einen Zusammenhang von Aspartam mit Krankheiten wie beispielsweise Krebs in Verbindung zu bringen. Sieht man sich diese Studien aber genauer an, so weisen sie alle signifikante Mängel in der Zusammensetzung auf. Beispielweise wurden in Tierversuchen Ratten extrem hohe Dosierungen intravenös verabreicht, die für den Menschen völlig utopisch in der Aufnahmemenge wären. Ich erinnere hier noch einmal an den NOEL-Wert, für den unser 80 kg schweres „Beispiel“ 5.333 Shakes hätte trinken müssen. Daher besitzen die Ergebnisse keine Aussagekraft, die für den Menschen als gültig angesehen werden könnten. Leider geben diese Studien den Medien immer wieder Holz für den Scheiterhaufen, auf dem Aspartam von Kritikern gern gesehen wird.

Auch nach Meinung der EFSA - Europe Food Safety Authority -, die diese Studien eingehend geprüft hat, ist Aspartam sicher. Sollte ein erhöhtes Karzinogenes Risiko (Krebs) bestehen, so würde sicherlich der Deutsche Krebsinformationsdienst als erstes gegen Aspartam mobil machen. Doch auch hier hält man Aspartam weiterhin für sicher.

Fazit

Bisher konnte in keiner ernst zu nehmenden Studie ein erhöhtes gesundheitliches Risiko mit dem Verzehr von Aspartam in Zusammenhang gebracht oder gar nachgewiesen werden. Wer allerdings gänzlich auf künstliche Süßstoffe verzichten, sich also weitgehend naturbelassen ernähren möchte, sollte auch auf verarbeitete Fruchtsäfte u.Ä. verzichten. Dies würde aber auch den generellen Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel nach sich ziehen. Sprich, man sollte alle Lebensmittel am besten als Rohstoff beim Erzeuger (Bio-Bauernhof) beziehen, um das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren. Aber bedenke, auch die eigene Verarbeitung von Lebensmitteln birgt Gefahren. Aber das würde den Rahmen dieses Artikels heute leider sprengen.


von Team Bodybuilding.de

¹Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu Lebensmitteln zu technologischen Zwecken
(Zusatzstoff-Zulassungsverordnung - ZZulV).