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29.01.2013

Fitnesskurse für Bodybuilder??? Teil 2

Für diese Jungs ist es unvorstellbar, sich in einen Raum mit 20 anderen Leuten zu stellen, die gerade mal die Hälfte von ihnen auf die Waage bringen

Fitnesskurse für Bodybuilder??? Teil 2
Bildquelle: bigstockphoto.com/ Kzenon
Willkommen zum zweiten Teil der Serie:
Im ersten Teil hatten wir uns erst einmal mit unterschiedlichen Trainingssystemen und deren Vor- und Nachteilen beschäftigt, bevor wir uns dann mit den verschiedenen Muskelfasern auseinander gesetzt hatten. In diesem Teil werden wir uns nun dem Herz- Kreislaufsystem, den psychischen Aspekten sowie der Beweglichkeit widmen.


Der „Pump“ macht den Unterschied
Jeder kennt das Gefühl, was Arnold Schwarzenegger in „Pumping Iron“ so treffend beschrieben hat.
Schwarzenegger:
“… Blood is rushing into your muscles and that's what we call The Pump. You muscles get a really tight feeling, like your skin is going to explode any minute, and it's really tight - it's like somebody blowing air into it…”
(Quelle: IMDB)

Aber was passiert eigentlich im Muskel, wenn wir über diesen sogenannten Pump sprechen? Klar, es fließt Blut in den Muskel, aber zu welchem Zweck und wie kann man das Ganze beeinflussen oder kann man das gar nicht? Den Vorgang als solches kann man nicht beeinflussen, da es notwendig ist den Muskel mit Blut zu „spülen“, um ihn mit Nährstoffen zu versorgen und Abfallprodukte abbauen zu können. Warum das so wichtig ist? Ganz einfach:
Kapillariesierung

Zum Allgemeinen: Die Kapillaren sind die kleinsten Blutgefäße, die sich extrem verzweigt direkt im Muskelgewebe befinden. Es sind sozusagen die letzten Blutgefäße auf dem Weg des Sauerstofftransports zum Muskelgewebe. Der Sauerstoffaustausch ist extrem wichtig für die Leistungsfähigkeit des einzelnen Muskels. Sollte dem Muskel nicht ausreichend Sauerstoff zur Verfügung gestellt werden, wird dieser „sauer“ und kann nicht mehr arbeiten. Jeder kennt diesen Schmerz, wenn der Muskel übersäuert und sich kaum noch kontrahieren lässt. Kommen wir also endgültig zum springenden Punkt für diesen Artikel: Kann man das Übersäuern verhindern? Nein, leider nicht, aber man kann dafür sorgen, dass das Eintreten dieses Zeitpunkts stark verzögert wird. Genau diesen Sinn erfüllt Kraft-Ausdauer-Training oder auch bestimmte Kursformate. Bei Kraft-Ausdauer-Phasen kommt es im Muskel zu einer Erhöhung der Kapillardichte, also einer Vergrößerung der Austauschfläche, womit mehr neuer Sauerstoff in den Muskel transportiert werden kann. Das kann auf verschiedene Arten geschehen. Zum einen kann es sich um die Öffnung von Ruhekapillaren, die Verlängerung und Erweiterung von vorhandenen Kapillaren oder sogar um echte Kapillarneubildung handeln. Das heißt in der nächsten Maximalkraft-Phase ist der Muskel leistungsfähiger als zuvor, obwohl mit weniger Gewicht gearbeitet wurde. Für die konstante Steigerung von Kraft und Muskelmasse ist es also unerlässlich, auch Kraft-Ausdauer-Phasen einzulegen. Ob das nun als 100er-Satz-Training oder als Langhantel-Kursformat gemacht wird, spielt dabei keine Rolle.

Der Kopf
Kommen wir nun noch zum psychischen Aspekt dieser Art des Trainings. Wenn wir uns einmal den typischen Bodybuilder ansehen, haben wir meist ein Bild vom einsamen Wolf im Kopf, für den es nur sich, seine Musik und den nächsten Satz gibt. Für diese Jungs ist es unvorstellbar, sich in einen Raum mit 20 anderen Leuten zu stellen, die gerade mal die Hälfte von ihnen auf die Waage bringen und mit denen zusammen dann auch noch 60 Minuten Ganzkörpertraining mit einer Langhantel zu machen. Warum eigentlich? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dazu wirklich Überwindung gehört. Ist man erst einmal in der Stunde, wird man angeguckt wie ein Alien und alle warten nur darauf, dass der Pumper in der letzten Reihe sich mit den Gewichten so verschätzt, dass er am besten kurz vorm Unterzuckern fluchtartig den Raum verlässt. Wenn man sich dann tatsächlich vollkommen überschätzt, lässt man sich natürlich nichts anmerken und zieht die 60 Minuten unter ständiger Beobachtung der Uhr bis zum bitteren Ende durch, wird nach dem letzten Ton der Musik aber mit einer unglaublichen Ausschüttung an Endorphinen und dem Zuspruch der anderen Teilnehmer belohnt.
In anderen Kursen wie z.B. Yoga fühlt man sich am Anfang noch mehr fehl am Platz, hat aber schnell die Lacher und Sympathie der anderen auf seiner Seite. Gerade für den Athleten, der sich auf seinen nächsten Auftritt vorbereitet, kann die Beweglichkeit einen entscheidenden Unterschied ausmachen, denn wie wir alle seit „Pumping Iron“ wissen, hat selbst Arnold damals den Rat einer Tänzerin gesucht, um sich in seiner Kür von allen anderen zu unterscheiden.
Also auch für die Psyche ist es ein wichtiger Aspekt, sich selber einmal weniger ernst zu nehmen, zu erfahren, dass man auf viele verschiedene Arten fit sein kann, um am Ende mit mehr Weitblick, Umsicht und Erfahrung sein Ziel noch fokussierter verfolgen zu können.

von Denis Panzer