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14.03.2016

Garcinia Cambogia

GC wird seit Langem verwendet, um den Sättigungseffekt von Mahlzeiten zu verstärken, da es den Appetit unterdrückt.

Garcinia Cambogia
Bildquelle: Sportrevue

Medizinischer Zauber oder Abspeckungsfantasie aus dem Land Oz?


Ein Arzt zeichnet sich durch seine beispiellose Fähigkeit aus, das Verhalten der Öffentlichkeit und den Supplement-Markt zu beeinflussen: Die Rede ist von Dr. med. Mehmet
Oz, genannt „Dr. Oz“. Infolge seiner nach ihm benannten und beliebten Sendung im US-Fernsehen weist er einen beeindruckenden Werdegang auf, ermöglicht durch die starke Combo aus Begünstigung und Begabung.

Interessanterweise erhielt er gleichzeitig mit dem Abschluss seines Medizinstudiums an der Harvard University einen Titel als Betriebswirt. Als weiterer Beweis dafür, dass er möglicherweise in Besitz einer Zeit verlangsamenden Maschine ist, unterhält er eine Praxis als Herz-Kreislauf-Chirurg, fungiert als Direktor des Herz-Kreislauf-Instituts und zeitgenössischen Medizinprogramms am New Yorker Presbyterian Hospital, ist Autor von über 400 medizinischen Veröffentlichungen, Co-Autor von sieben „New York Times“-Bestsellern, zweifacher Unternehmensgründer und eine erfolgreiche Mediengestalt.

Dr. Oz’ Medienkarriere wurde durch Oprah Winfrey lanciert. Oprah ist ein Marketingtitan – eine Platzierung auf der Leseliste ihres Buchclubs oder eine Erwähnung ihrer „Lieblingsdinge“ katapultiert relativ Unbekannte ins Zentrum der Marktbekanntheit und verhilft ihnen zu beispiellosen Umsätzen. Und ebenso gelingt es Dr. Oz, im Alleingang ein Nahrungsergänzungsmittel in den Status eines „Superstars“ in den Supermärkten zu befördern. Allerdings ist Markterfolg nicht immer mit „klinischem“ Erfolg gleichzusetzen. Im Fall von Dr. Oz führen seine Fettverlust-„Wunder“ im Allgemeinen nicht zu klinisch relevanten Gewichtsverlusten bei seinem Publikum. Aber um fair zu sein, verbringt Dr. Oz tatsächlich viel Zeit damit, allgemeine Faktoren unserer Lebensweise zu diskutieren – Bewegung, Schlaf und Ernährung als die Grundlagen zur Gesundheitsförderung.

Doch gibt es selten Konsens in der medizinischen Gemeinschaft, dass die empfohlenen Produkte Wirkung zeigen. Konservative Ärzte bemängeln an Dr. Oz, er würde die Verbraucher beeinflussen, einer unbewiesenen Auswahl an Präparaten zu folgen, die außerhalb der Pflege- und Versorgungsstandards liegen. Andere Experten hingegen unterstützen Dr. Oz, weil er Verbraucher begeistert, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und nach eventuell hilfreichen Mitteln zur Gewichtskontrolle zu suchen.

Garcinia Cambogia und der "Oz-Effekt"


Ein Produkt, das vom „Oz-Effekt“ profitiert, ist Garcinia Cambogia (GC) – eine Pflanze aus Indonesien, die auch in Indien, einigen Regionen Afrikas und Teilen Südostasiens angebaut wird. GC wird seit Langem verwendet, um den Sättigungseffekt von Mahlzeiten zu verstärken, da es den Appetit über eine Wirkung auf die Serotoninkonzentration im Gehirn unterdrückt. GC reduziert auch die Speicherung überschüssiger Kohlenhydratkalorien in Form von Fett, indem es ein Enzym blockiert, das am Vorgang der sogenannten De-Novo-Lipogenese (Herstellung von neuem Fett aus überschüssigem Zucker) beteiligt ist. Wahrscheinlich liegt der traditionelle Nutzen von GC mehr in der Appetitunterdrückung (Verringerung von Beschwerden oder Leiden) als in einer verringerten Fettbildung, da die Bevölkerung in den Heimatregionen in der Regel eher mit Nahrungsmangel als mit einem Ernährungsüberschuss zu tun hat...

Der wichtigste aktive Wirkstoff in GC ist eine Substanz namens Hydroxyzitronensäure (HCA). HCA-haltige Produkte erlangten vorerst keine vorherrschende Marktpräsenz, bis die starke Combo aus Ephedrin und Koffein vom Markt genommen wurde. Kurz darauf wurde auch Phenylpropanolamin aus dem Handel entfernt, ebenso wie Pseudoephedrin-Präparate. Außerdem stellte man fest, dass die Hauptpfeiler von verschreibungspflichtigen medikamentösen Therapien – Fenfluramin und Dexfenfluramin – Lungenhochdruck verursachten – bis hin zu Todesfällen. Trotz all dieser Marktvorteile erreichten HCA-haltige Produkte keinen nachhaltigen Absatz. Doch mithilfe der Macht von Oz taucht GC jetzt wieder auf...

Sind die Behauptungen, GC könne den Gewichtsverlust fördern, tatsächlich wahr? Vor allem, wenn man sich nicht bewusst ernährt und keinen Sport treibt, wie Dr. Oz in seiner Sendung vorschlägt? Es gibt viele veröffentlichte Forschungen; auch über GC-Extrakte und HCA, die etwas Klarheit hinsichtlich des Potenzials und der Wirksamkeit von GC für den Gewichtsverlust bieten. Als HCA-Produkte auf den Supplement-Markt kamen, wurde eine Studie veröffentlicht, die berichtete, dass Probanden, die zwölf Wochen lang täglich 1500 Milligramm HCA eingenommen hatten, lediglich genauso viel Gewicht abnahmen wie die Kontrollgruppe. Beide Gruppen hatten eine ballaststoffreiche und kalorienarme Ernährung befolgt. HCA verringerte auch nicht den Fettanteil des Gewichts im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Infrage gestellte Forschung


Kritiker behaupteten, die Studie habe aufgrund der bereitgestellten Ernährung keine positive Wirkung von GC aufzeigen können. Die ballaststoffreiche, kalorienarme Ernährung habe die Wirkung von GC zunichte gemacht, da Faktoren kontrolliert wurden, die GC eigentlich hätte korrigieren sollen. Mit anderen Worten: Da die Ernährung der Probanden auf etwa 1200 Kalorien pro Tag begrenzt war, wurde die appetithemmende Wirkung von GC kaschiert. Denn die Kontrollgruppe, die kein GC bekam, durfte, auch wenn sie hungrig war, nicht mehr essen. Außerdem bot die ballaststoffreiche Ernährung nicht die zuckerhaltige Nahrung, die in Fett umgewandelt wird. HCA blockiert das Enzym ATP-Citrat-Lyase, das Stoffwechselprodukte des Zuckers zu einer Form abbaut, die verwertet werden kann, um ein Fettsäuremolekül zu bilden. Es ist nur unter solchen Bedingungen aktiv, wo Zucker und Kalorien im Überschuss vorhanden sind, und die zellulären Mechanismen werden in einen fettbildenden Zustand umgewandelt.

Enthält die Ernährung nicht übermäßig viel Zucker und bietet keine große Kalorienzahl pro Mahlzeit, ist das HCA-blockierende Enzym nicht sonderlich aktiv. Also bot die Studie keine Voraussetzungen, in denen GC/HCA einen Vorteil bieten konnten. Auch gab es Bedenken hinsichtlich der Tatsache, dass die ballaststoffreiche Ernährung einen Teil des HCA binden könnte. Die verabreichte Menge war weniger als benötigt, und die Form (Kalziumsalz) war nicht so bioverfügbar wie andere Formen.

Interessant ist, dass es einer Studie, in der GC mit dem Ballaststoff Glucomannan kombiniert wurde, ebenfalls nicht gelang, einen Gewichtsverlust nachzuweisen. Das unterstreicht vermutlich die Behauptung, diätetische Ballaststoffe könnten GC/HCA binden und die Aufnahme aus dem Darm erschweren. Das Ganze klärt womöglich die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, um einen Vorteil aus GC zu ziehen: eine kohlenhydratreiche Ernährung (also eine, die die Fettspeicherung fördert), die nicht kalorienarm ist. Paradoxerweise bedeutet das: GC wirkt am besten, wenn die Person, die es einnimmt, sich die geringste Mühe hinsichtlich einer gesunden Ernährung gibt, wodurch man den Gewichtsverlust fördern könnte. Es ist natürlich eine Herausforderung, dieses Argument zu akzeptieren, insofern man eine Beratung für eine gesunde Gewichtsabnahme ignorieren müsste, um einen Vorteil von GC zu erkennen...

Dennoch behauptete ein bei Dr. Oz als Gast geladener Arzt, dass GC den Gewichtsverlust, den man durch Ernährung und Training festgestellt hat, verdoppeln oder verdreifachen könnte. Welche Beweise gibt es, die solch eine Behauptung untermauern?

Im Jahr 2000 wurde eine Studie veröffentlicht, die Folgendes berichtete: Mäuse, die 25 Tage lang HCA verabreicht bekommen hatten, verbrannten mehr Fett in Form von Kalorien und erhöhten die Menge des Muskelglykogens (gespeicherte Form von Zucker) als die Nager aus der Kontrollgruppe. Ließe sich das auch am Menschen feststellen, würde das eine Unterstützung für einen größeren Fettverlust während des Trainings bedeuten, allerdings nicht unbedingt für einen größeren Gewichtsverlust.

Tatsächlich wurde ein solcher Effekt in einer Studie mit gesunden, jungen Erwachsenen festgestellt, die zwei 60-minütige intensive Trainingseinheiten absolvierten, die eine Woche auseinanderlagen. Nach einer Stunde Radfahren bekamen die Männer eine kohlenhydratreiche Mahlzeit (80 Prozent Kohlenhydrate lieferten 1,6 Gramm Kohlenhydrate pro Kilo Körpergewicht) verabreicht, das war alles. Bei der zweiten Einheit erhielten sie zusätzlich noch 500 Milligramm HCA. Muskelbiopsien und andere Messungen wurden durchgeführt und zeigten, dass trotz einer geringeren Insulinkonzentration die Glykogenspeicher in den Muskeln fast doppelt so schnell wieder aufgefüllt waren. Außerdem wurde ein größerer Fettanteil in Form von Kalorien verbrannt – ähnlich wie in der Mäuse-Studie. Keine der Studien deutet darauf hin, dass eine größere Anzahl Kalorien verbrannt wurde, aber sie legen nahe, dass HCA die Fettverbrennung nach dem Training erhöhen kann, um das Muskelglykogen zu erhalten/wiederaufzufüllen. Der mögliche Vorteil des Gewichtsverlusts einer geringeren Insulinreaktion auf die Mahlzeit nach dem Training muss noch weiter untersucht werden...

Die auf Fett basierende Kalorienverbrennung nach dem Training war in Studien, in denen HCA in Verbindung mit Workouts von trainierten Sportlern verwendet wurde, nicht einheitlich. Der Vorteil ist ersichtlicher bei untrainierten Personen, was darauf hindeutet, dass die Enzyme, die von GC/HCA beeinflusst werden, bereits durch gewöhnliches Ausdauertraining verändert werden.

Ein maßgeblicher Wirkstoff für den Fettverlust?


Interessant sind die Forschungsergebnisse, wie GC/HCA die fettbildenden und -aufbauenden Gene aktiviert. Nach Durchsicht der Studien über GC/HCA vermerkte man, dass die fettabbauende Wirkung von GC/HCA von einer höheren Dosis abhängig zu sein scheint, wohingegen sich die Cholesterin und Triglycerid-senkende Wirkung bei gemäßigterer Verwendung einstellt. Leider liegt der festgelegte, mit „keine beobachteten Nebenwirkungen“ bezeichnete Grenzwert (2800 Milligramm HCA pro Tag) unter der in den Studien verwendeten Dosis mit den deutlichsten Gewichtsabnahmen (3000 bis 4667 Milligramm täglich).

Die Studie mit der höchsten Dosis führte zu einem beeindruckenden Gewichtsverlust (5,4 Prozent in acht Wochen), wobei sich die Werte des Serum-Serotonins und des „guten“ HDL-Cholesterins erhöhten, während die Werte des Gesamtcholesterins und „schlechten“ LDL-Cholesterins sowie der Triglyceride sanken und die Nahrungsaufnahme sich insgesamt verringerte. Die Testpersonen in dieser Studie trainierten fünfmal pro Woche auf dem Laufband und ernährten sich täglich mit 2000 Kalorien.

Obwohl es widersprüchliche Ergebnisse in den vielen Studien an Tieren und Menschen gibt und die medizinische Gemeinschaft nicht glaubt, dass es bereits genug Beweise gibt, um die Behauptung zu untermauern, GC/HCA sei ein maßgeblicher Wirkstoff für den Fettverlust, wird es von vielen Menschen diskutiert und konsumiert. Interessant ist, dass Dr. Oz einen gewissen Grad an Sicherheit in der Verwendung von GC/HCA aufgrund dessen Stellung in der traditionellen Kräutermedizin (aus der Ephedra stammt) vermerkt hat. Allerdings war GC einer der Inhaltsstoffe, der im Verdacht stand, als Bestandteil eines vertriebenen Kombinationsprodukts Leberschäden verursacht zu haben. Es ist schwierig, zu erfahren, welche Rolle – wenn überhaupt – GC/HCA bei diesen Schäden gespielt haben könnte.

Eine vor Kurzem veröffentlichte Studie an Mäusen widerlegt die Andeutung, HCA könne schädlich für die Leber sein. Eine im Jahr 2004 veröffentlichte Übersicht zur Sicherheit und Schädlichkeit sowie eine überarbeitete Fassung aus dem Jahr 2013 deuten an, dass GC/HCA ein ungefährlicher Inhaltsstoff ist. Um das Risiko zu verringern, ist es vielleicht am besten, GC/HCA separat aufzunehmen, statt als Teil einer Kombinationskapsel mit mehreren Inhaltsstoffen. Mitunter wäre es auch ratsam, bei einem etablierten Hersteller zu bleiben, denn die beispiellose Nachfrage sorgt für zweifelhaftes Material in der Versorgungskette von weniger seriösen Händlern.

Dr. Oz nannte keine sichere oder effektive Dosis in seinen Videobeiträgen, doch klinische Daten legen nahe, dass der Fettverlust am konsequentesten ist, wenn man täglich drei Gramm aufnimmt (unterteilt in drei Dosen von jeweils ein Gramm vor den Mahlzeiten). Zur Vermeidung von Nebenwirkungen liegt der obere Grenzwert jedoch bei 2800 Milligramm pro Tag, also knapp unter drei Gramm.

Fazit


In der weltbekannten Erzählung „Der Zauberer von Oz“ führte dieser Dorothy nicht in die Irre, und sie schaffte es, sicher nach Kansas zurückzukehren. GC könnten Dr. Oz’ Silberschuhe auf dem Weg der erfolgreichen Gewichtsabnahme sein. Aber wie bei Dorothy könnten sie ohne Anleitung ins Unglück führen.

GC scheint am angebrachtesten für jemanden zu sein, der mit guten Essensentscheidungen zu kämpfen hat, seinen Appetit schlecht kontrollieren kann, viele Süßigkeiten verschlingt und in seinem/ihrem Bestreben, Gewicht abzunehmen, kein Herz-Kreislauf-Training betreibt. Es sind die „Stützräder“ Gewichtsabnahme, Appetitkontrolle und die Sabotage des Verzehrs „bequemer“ Lebensmittel. Es mag nicht für Sportler oder für jene mit starker Willenskraft angemessen sein, aber die allgemeine Öffentlichkeit wird Nutzen aus den Wirkungen ziehen können, die über GC behauptet werden...

Text von Daniel Gwartney
Foto von Markus Rohde


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue