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25.11.2015

Hormonausschüttung nach dem Training und Muskelwachstum

In puncto Hormone und Muskelwachstum gibt es widersprüchliche Studien.

Hormonausschüttung nach dem Training und Muskelwachstum
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Man findet in der wissenschaftlichen Literatur etliche Belege, die den Ansatz unterstützen, dass schweres Gewichtstraining mit Verbundübungen von zwei bis sechs Sätzen und mit drei bis zehn Wiederholungen einen signifikanten Anstieg in der Freisetzung zirkulierender anaboler Hormone wie Testosteron, dem Wachstumshormon (HGH) und dem insulinähnlichen Wachstumsfaktor IGF-1 auslösen. Auf dieser Grundlage kommen Sie vielleicht zu dem Schluss, dass der Anstieg anaboler Hormonspiegel, ausgelöst von schwerem Training, der Grund für das Muskelwachstum sein muss, nicht wahr? Nun, wie sich herausstellt, wird der Zusammenhang zwischen Hormonausschüttung und Muskelwachstum nicht so gut durch empirische Beweise unterstützt, wie Sie vielleicht meinen. Tatsächlich gibt es mehrere Studien, die genau das Gegenteil behaupten: dass erhöhte Hormonspiegel unnötig seien für stimuliertes Muskelwachstum durch Training. Ich weiß – das klingt lächerlich. Das dachte ich auch, als ich erstmals davon hörte. Aber schauen wir uns all diese Beweise zunächst an und entscheiden dann, was Wahrheit und Fiktion ist...

Anabole Hormone sind fürs Muskelwachstum nicht unbedingt erforderlich


Mehrere Studien behaupten also, dass anabole Hormone offenbar nicht nötig seien, um größere Muskeln und mehr Kraft aufzubauen. Eine Studie untersuchte, ob genesende Prostatakrebs-Patienten in der Lage waren, nach acht Wochen Gewichtstraining Muskeln aufzubauen, obwohl sie krebsbekämpfende Medikamente einnahmen, die die Testosteronproduktion vollständig stilllegten. Zusätzlich zum fehlenden Testosteron wiesen die Probanden nach der Trainingsphase auch keinen erheblichen Anstieg in den HGH- oder IGF-1-Konzentrationen auf. Doch alle zeigten moderate Steigerungen der Muskelmasse und Kraft. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gewichtstraining – ohne erhöhte Hormonspiegel von HGH oder IGF-1 – dennoch das Muskelwachstum auslösen kann. Aber es ist nicht endgültig bewiesen, dass dieses moderate Wachstum in Gegenwart dieser anabolen Hormone nicht noch gesteigert würde...

Muskelwachstum kann durch anabole Hormone gesteigert werden


Die Theorie, anabole Hormone seien für das Muskelwachstum unerlässlich, wird in der Regel dadurch als fehlerhaft bezeichnet, indem auf Personen verwiesen wird, die von Natur aus einen niedrigen Testosteronspiegel nach dem Training aufweisen und dennoch die Muskeln wachsen lassen können. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Belege, die den grundsätzlichen Bedarf nach anabolen Hormonen, um die Muskelhypertrophie anzutreiben, bekräftigen: So zeigte eine Studie, dass junge Männer, die ein hochintensives Gewichtstraining absolvierten, weniger Muskelmasse zulegten, nachdem sie einen Wirkstoff zu sich genommen hatten, der die Testosteronproduktion unterdrückte. Wohingegen eine andere Gruppe junger Männer dasselbe Programm absolvierte, aber ein Placebo verabreicht bekam, das nicht die Testosteronproduktion unterdrückte, und mehr Muskelmasse zulegte. Das zeigt: Ein höherer Testosteronspiegel nach Gewichtstraining löst größeres Muskelwachstum aus.

Hypertrophie wird durch biochemische Signale stimuliert – auch durch anabole Hormone


Unabhängig voneinander sorgen diese widersprüchlichen Studien für mehr Verwirrung hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen anabolen Hormonen und Muskelwachstum. Insgesamt jedoch heben sie die komplexe Natur der Testosteronfunktion hervor und zeigen unerwarteterweise, dass die Wechselwirkung mehrerer biochemischer Signalwege offenbar notwendig für optimales Muskelwachstum ist. Ein Beispiel dieses Zusammenspiels ist die Regulierung des muskelaufbauenden Signalpfads von mTOR durch Testosteron, wo sich zeigte, dass Testosteron die mTOR-Aktivität antreibt.

Während anabole Hormone wahrscheinlich nicht die einzigen stimulierenden Faktoren zur Unterstützung des Muskelwachstums sind, erscheint es logisch, dass ihre erhöhten Konzentrationen die Muskelmasse und -kraft steigern, indem sie direkt für mehr Muskelhypertrophie sorgen – und darüber hinaus biochemische Prozesse unterstützen, die ebenfalls Muskelwachstum und -kraft antreiben.

Myostatin hemmende SARM könnten Muskeln aufbauen


Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren (SARM) sind eine Klasse nicht-steroidaler Moleküle, die den Androgenrezeptor ähnlich aktivieren wie Anabolika. Im Unterschied zu anabolen Steroiden produzieren sie zumeist eine größere anabole als androgene Komponente. Das kann einige der ungewollten Nebenwirkungen verringern, die mit der Verwendung von Anabolika verbunden sind und macht SARM zu einer sicheren Wahl für die Leistungssteigerung.

Trotz dieser größeren anabolen Kapazität sind SARM meist nicht so wirksam für den Aufbau von Muskelmasse wie Anabolika. Allerdings wurden neue SARM-Verbindungen mit wesentlich größeren anabolen Eigenschaften entwickelt – was darauf hindeutet, dass die richtige chemische Abwandlung zu noch mächtigeren SARM ohne begleitende Nebenwirkungen führen könnte.

Während der perfekte SARM noch nicht entdeckt worden ist, hat eine aktuelle Untersuchung gezeigt, dass Probanden, die die SARMVerbindung namens Enobosarm aufnahmen, ihre Muskelmasse und Körperkraft – abhängig von der Dosierung – steigerten, ohne jeden größeren androgenen Einfluss auf die Prostatagröße. Doch obwohl Enobosarm geringe androgene Eigenschaften aufwies, wurde auch gezeigt, dass er nicht wirklich anabol ist, und das scheint der gegenwärtige Stand der meisten SARM zu sein...

Auch wurden andere Kandidaten unter den SARM entdeckt, die bescheidene Zunahmen der Muskelmasse auslösten, die aber nicht annähernd an die anabolikainduzierten Steigerungen der Skelettmuskulatur heranreichen. Die bescheidenen Zunahmen von bis zu 1,5 Kilo an fettfreier Masse mit diesen SARM innerhalb von vier bis sechs Wochen sind relativ schwach, verglichen mit den fünf bis sieben Kilo fettfreier Masse mit 300 bis 600 Milligramm des Anabolikums Testosteron-Enantat...

SARM YK11 verringert kataboldes Myostatin


Nun wurde ein SARM ausfindig gemacht, bekannt als YK11, der höchst anabol sein könnte. Der Grund für diesen Optimismus kommt daher, dass YK11 das unglaublich wichtige Proteinmolekül Myostatin regulieren kann. Obwohl es biochemisch betrachtet ein Wachstumsfaktor ist, blockiert Myostatin tatsächlich das Muskelwachstum, indem es die Bildung neuer Muskelfasern (Myogenese) hemmt, während es auch die von mTOR angetriebene Proteinsynthese mindert.

Myostatin wird in den Zellen hauptsächlich durch ein anderes Proteinmolekül namens Follistatin reguliert. Follistatin bindet sich an Myostatin und hemmt den von Myostatin angetriebenen Muskelverlust. Interessanterweise wurde beobachtet, das YK11 die Follistatinwerte erhöht, wodurch die katabole Aktivität von Myostatin verringert und damit schließlich die Myogenese angetrieben wurde. Zudem entdeckte man die selektive Fähigkeit von YK11, den Follistatin-Signalweg zu aktivieren – was Dihydrotestosteron (DHT) nicht vermag. Da DHT sehr androgen und YK11 vermutlich in erster Linie anabol wirkt, könnte die Fähigkeit von YK11, die Follistatin-Aktivität – anders als DHT – selektiv zu modulieren, von den Unterschieden in ihren anabolen und androgenen Profilen stammen.

Text von Dr. Michael J. Rudolph
Fotos von Per Bernal


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue