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11.04.2016

Testosteron-Booster und -hemmer

Testosteron-Booster sind auf dem Markt besonders erfolgreich. Doch was bewirken sie tatsächlich?

Testosteron-Booster und -hemmer
Bildquelle: Sportrevue
Testosteron-Booster sind auf dem Markt besonders erfolgreich. Dem Käufer wird glauben gemacht, dass allein die Erwähnung von Testosteron zehn Kilo mehr beim Bankdrücken bringt und jedes Ergebnis von Viagra in den Schatten stellt. Und trotz der vielen Produkte auf dem Markt sieht man kaum Sexprotze mit gigantischen Muskelpaketen – Gott sei Dank!

Es gibt aber Produkte, die unter den richtigen Bedingungen bei den richtigen Personen durchaus als Testosteron-Booster wirken. Leider wenden sie sich aber unter falschen Voraussetzungen an die falsche Zielgruppe. „Prohormone“ und „Designer-Steroide“ werden in diesem Artikel nicht behandelt, da sie als exogene Androgene das Testosteron „ersetzen“ und nicht seine natürliche Produktion steuern...

Man muss aber wissen, dass eine vorübergehende Anhebung des Testosteronspiegels nicht unbedingt zu Zuwächsen an Kraft und Masse führt – weder bei den Muskeln noch anderswo. Der Testosteronspiegel schwankt bereits natürlich: es gibt ganz natürliche Höhen und Tiefen. Wenn Sie Ihr Testosteron zu einem ungünstigen Zeitpunkt messen, kann bereits ein erneuter Test nach 30 Minuten als „Testosteron-Booster“ wirken. Im Ruhezustand kann der Spiegel über den Tag zwischen 30 und 50 Prozent schwanken – und nach hochintensivem Widerstandstraining großer Muskelgruppen kann ein starker Anstieg auftreten. Studien mit gesteigerten Testosteronleveln zeigten bei gesunden jungen Männern wenig Wirkung auf den Aufbau von Kraft und Masse – selbst bis zum Erreichen einer supraphysiologischen Konzentration.

Negative Rückkopplung und Feuer von unten


Das Testosteron wird als Reaktion auf regulierende Hormone aus der Hirnanhangdrüse produziert. Die Hirnanhangdrüse wird wiederum vom Hypothalamus gesteuert, der sich ebenfalls im Gehirn befindet. Dieser wiederum wird gesteuert durch die Konzentration des Testosterons und seiner Metaboliten; speziell Estradiol (ein Östrogen). Das Ganze ist ein System der negativen Rückkopplung: Je mehr Testosteron produziert wird, desto stärker wird das Signal zu seiner Produktion reduziert. Ist der Spiegel niedrig, fordert die Hypothalamus-Hypophysenachse eine höhere Produktion an.

Produziert wird das Testosteron in den Leydig-Zellen in den Hoden. Eine Grundkonzentration bleibt stets erhalten, selbst im hohen Alter oder bei Funktionsstörungen des Hypothalamus oder der Hirnanhangdrüse. Ein wirksamer Booster muss den Testosteronspiegel lange genug anheben, dass er die tägliche Exposition erhöht und für Spitzen sorgt, die stark genug sind, den anabolen Prozess im Skelettmuskel zu stärken. Zudem muss ein Booster das Testosteron erhöhen, ohne die Umwandlung in Estradiol mit zu erhöhen – sonst erhält man einen östrogenähnlichen Gegeneffekt. Androstendion (das erste Prohormon) hält beispielsweise eine höhere Östrogenkonzentration stärker aufrecht als Testosteron. Daher muss ein Testosteron-Booster eine oder mehrere der folgenden Funktionen erfüllen:

  • verstärkte Signalisierung
    an die Hoden zur Erhöhung
    der Testosteronproduktion
  • verstärkte Reaktion auf
    Signalisierung durch die
    Leydig-Zellen
  • erhöhte Verfügbarkeit von
    Testosteron im Umlauf
  • erhöhte Empfindlichkeit des
    Hypothalamus und der Hirnanhangdrüse
    auf niedrige
    Testosteronspiegel
  • Reduzierung der Unterdrückung
    der Signale von Hypothalamus
    und Hirnanhangdrüse durch das
    Testosteron und seine Metaboliten


Die Reduzierung der Östrogen-Exposition über die Aromatase-Umwandlung ist ein verwandter, höchst günstiger Faktor; ebenso eine höhere Empfindlichkeit der Skelettmuskeln für Testosteron. Es könnten auch „toxische“ Schadstoffe oder edokrine Disruptoren vorhanden sein, die sich abbauen oder hemmen ließen. Da es keinen Weg gibt, der das Testosteron bei Männern mit normaler oder stärkerer Produktion allein erkennbar erhöhen kann, ist ein Mittel mit diversen Zutaten am praktischsten, das alle diese Pfade beeinflusst. Aber wie kann man das garantieren?

Mehr Testosteron ist kompliziert


Bei der Bewertung der Wirksamkeit von Testosteron-Boostern sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. So wird in der Umgebung von exogenen anabolandrogenen Steroiden (AAS) ein solches Produkt keinen zusätzlichen Nutzen bringen – es sei denn, es wurde mit pharmazeutischen Mitteln verändert. Selbst bei der Erholung nach dem Zyklus muss der niedrige Spiegel mit AAS beseitigt werden, bevor solche Supplemente Wirkung zeigen können. Ist das System voller AAS, kann die Hypothalamus-Hypophysenachse die Testosteronproduktion nicht erhöhen.

Zudem können einzelne Supplemente wegen der negativen Rückkopplung in unserem System keine supraphysiologische Wirkung entfalten. Selbst pharmazeutische Arzneimittel und Biopharmazeutika können keine längere supraphysiologische Erhöhung des Testosteronspiegels bewirken. Durch den Missbrauch von hCG, Clomid, Aromatasehemmern, PDE5-Hemmern oder ähnlichen Mitteln zur Förderung der Aktivität von Hypothalamus, Hirnanhangdrüse und Hoden hat noch nie ein Bodybuilder oder anderer Sportler Zuwächse an Muskeln oder Kraft erzielt! Hier liegen die Effekte und Vorteile in erster Linie im Aufhalten altersbedingter Verluste oder im Schutz vor schädlichen Nebenwirkungen bei der Überdosierung von AAS oder in der Post-Zyklus-Therapie. Sie können bei ansonsten gesunden Männern mit niedrigem Testosteronspiegel das Testosteron erhöhen.

Die Leydig-Zellen können letztendlich nur eine begrenzte Menge produzieren. Über die physiologischen Spitzen hinaus, selbst während der stürmischen Jugendzeit, würden sie „ausbrennen“, wenn sie versuchten, den Spiegel konstant so hochzuhalten. Unter Stimulation mit hCG erhöht sich die Testosteronausschüttung – Überdosen von hCG führen aber zu Schäden durch freie Radikale, die die an der Testosteronproduktion beteiligten steroidogenen Enzyme schädigen. Daher können derartige Mittel durch die vorübergehende Steigerung der Produktion nicht den Testosteronspiegel erhöhen; weder durch direkte Stimulation der Leydig-Zellen noch durch die Erhöhung der Aktivität der Hypothalamus-Hypophysenachse.

Zudem ist der Zustand der Testotoxikose (eine toxische Konzentration von Testosteron) bei erwachsenen Männern praktisch nicht belegt, außer bei Dopingfällen im Sport. Ein praktischer Ansatz fordert, die maximale Produktion durch einen reduzierten Abbau und eine erhöhte Verfügbarkeit im Gewebe zu begleiten, um einen Spiegel zu erreichen, der einer leicht supraphysiologischen Testosterongabe gleicht (zum Beispiel 200 Milligramm Testosteron-Enantat pro Woche).

Pflanzliche Zutaten


Viele Testosteron-Booster enthalten pflanzliche Zutaten. Oft steht die jahrtausendalte Erfahrung der ayurvedischen oder der traditionellen chinesischen Medizin in der Behandlung von Erektionsproblemen oder Libidoverlusten dahinter – von Zuwächsen an Kraft oder Masse ist kaum die Rede. Dieser Unterschied ist wichtig, denn Erregung und Erektion hängen nicht nur vom Testosteronspiegel ab. Nützt es einem Bodybuilder, wenn eine Maus ein Weibchen häufiger besteigen kann? Für die Maus mag das wichtig sein; aber ist es belegt, dass dünne oder fettleibige Männer nicht sexuell aktiv sind?

Zwei dieser botanischen Stoffe – Tribulus terrestris und Eurycoma longifolia – verdienen eine besondere Erwähnung. Tribulus kam in den 1990er-Jahren als Testosteron-Booster auf. Trotz einiger positiver, vermeintlich wissenschaftlicher Artikel waren die Reaktionen der Nutzer sehr gemischt. Spätere Studien wiesen bei korrekter Einnahme keinerlei höheres Testosteron nach. Es kann ähnlich wie Viagra und verwandte Medikamente die Bildung von Stickoxid erhöhen oder verlängern, das nachweislich den Testosteronspiegel erhöht. Das kann der Grund für einige der berichteten Vorteile sein...

Für Eurycoma longifolia sind Versuche belegt, die eine Erhöhung von Testosteron bei älteren Männern mit niedrigem Testosteronspiegel beziehungsweise Mangelsymptomen zeigen. Ähnlich war es bei Mäusen. Aber bei jungen, gesunden Männern lässt sich die Wirkung nicht belegen. Als sich die Verbesserung von sexuellen und Gemütssymptomen bei Männern mit wenig Testosteron durch Eurycoma longifolia herumgesprochen hatte, wurde der Rohstoff knapp, so dass viele Produkte verdünnte, inaktive oder veränderte Substanzen enthalten.

Durch Umwelt und Ernährung sind Männer Metallen ausgesetzt – einige mit positiven, andere mit negativen Eigenschaften. Zink, Magnesium und Bor erhöhen nachweislich den Testosteronspiegel. Dabei liegt ihr Wert nicht in der Eigenschaft als Testosteron-Booster, sondern im Schutz vor einem Mangel, der nach Diäten oder längerer körperlicher Belastung auftreten kann. Positive Werte in Studien entstehen meist im Vergleich zu Gruppen mit bewusster Mangelernährung oder ohne Supplementierung bei längeren Trainingsversuchen. Die Wirkung von Bor als Supplement ist dabei am wenigsten belegt; die meisten Daten stammen aus Tierversuchen, und Versuche an Menschen liefen nur eingeschränkt. Andere Metalle sind schädlich, eine wiederholte oder andauernde Exposition kann zur Reduzierung der Testosteronproduktion und zur Unfruchtbarkeit führen. Wer sein Testosteron erhöhen will, sollte derartige Stoffe meiden. Viele endokrine Disruptoren, die das Testosteron reduzieren können, wie Bisphenol A, Phthalate, Xenoöstrogene und Ähnliche kommen im Wasser, im Boden und in Nahrungsmitteln vor.

So muss man seine gesamte Ernährung prüfen, um eine optimale Testosteronproduktion sicherzustellen. Der Organismus kontrolliert seinen Energiestatus (verfügbare und gespeicherte Kalorien) genau. Bei unzureichender oder schlechter Ernährung erkennt der Körper, dass er nicht wachsen kann, und fährt die anabolen Signale einschließlich Testosteron herunter. Bodybuilder und andere Sportler erfahren bei einer strikten Diät meist einen Rückgang des Testosterons. Andere Daten legen nahe, dass eine proteinarme Ernährung mit genügend Kalorien ebenfalls die Testosteronproduktion hemmt, aber mehr Proteine in einer hypokalorischen Diät reichen nicht zur Erhaltung des normalen Testosteronspiegels. Sie schützen vor einem Verlust an Muskelmasse, aber das liegt an anderen Prozessen als der Testosteronverfügbarkeit oder -reaktion.

D-Asparaginsäure, extra natives Olivenöl und Vitamin D


Als Testosteron-Booster kamen in letzter Zeit auch D-Asparaginsäure (DAA), extra natives Olivenöl und Vitamin D ins Gespräch. DAA entspricht der L-Asparaginsäure aus unserer Nahrung, ist aber „gedreht“ und somit nicht für die Proteinbildung verfügbar. DAA wird in Nervenzellen produziert und als Neurotransmitter an bestimmte Gewebe abgegeben, auch Gewebe mit Testosteronproduktion.

Nach vielen Studien an niedrigen Lebensformen (Reptilien, Nagetiere) zeigte eine Studie von 2009, dass DAA beim Menschen das Hypophysenhormon und Testosteron um 30 bis 40 Prozent erhöht. Nicht sofort offensichtlich war die Tatsache, dass die untersuchten Männer vor der Einnahme grenzwertige Testosteronspiegel hatten. Die Reaktionen der Anwender waren gemischt: einige meldeten Vorteile, andere keine Veränderungen. Unabhängige Versuche zeigten, dass DAA nicht „stimuliert“, sondern allenfalls regelt. Es erhöhte einen niedrigen Testosteronspiegel, aber reduzierte einen überdurchschnittlichen. So mag DAA bei Männern mit niedrigem Testosteronspiegel ein Booster sein, bei jenen mit viel Testosteron bewirkt es jedoch das Gegenteil.

Olivenöl, speziell extra natives Olivenöl, enthält viel Oleinsäure und Polyphenole. Man weiß, dass es gut für Herz und Kreislauf ist und besser verbrannt wird als andere Fettsäuren. Aber vor Kurzem wurde auch bewiesen, dass es Testosteron und das luteinisierende Hormon steigert. Die Studie untersuchte gesunde junge Männer, die vorher Butter gegessen hatten. Sie erhielten dann drei Wochen lang extra natives Olivenöl oder Arganöl (das auch viel Oleinsäure enthält). Mit jedem der Öle stieg der Testosteronspiegel um 20 Prozent und das luteinisierende Hormon ebenfalls. Diese Wirkung kann an den Antioxidanzien liegen. Aber ein Haupteffekt basiert auf der Hemmung des Enzyms 5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in DHT umwandelt.

Vitamin D (D3) ist mehr als ein Vitamin. Es ist ein Hormon mit Wirkung auf verschiedene Gewebe, nicht nur die Knochen. Da die Hautärzte vor zu viel Sonne warnen und unsere Ernährung auch nicht auf einen optimalen D3-Spiegel ausgerichtet ist, sind Mängel sehr häufig – insbesondere bei fettleibigen oder dunkelhäutigen Menschen. Und das Keimdrüsengewebe hat D3-Rezeptoren; also ist es kein Wunder, dass D3 den Testosteronspiegel beeinflussen kann.

Interessanterweise wird es in den Leydig-Zellen produziert, wo auch das Testosteron entsteht. Menschen, die an Testosteron- und D3-Mangel leiden, haben oft eine Funktionsstörung der Leydig-Zellen. Ob sich das mit einer D3-Zufuhr beheben lässt, ist unklar. Allerdings zeigten gesunde, übergewichtige Männer, die täglich 3,332 IE D3 erhielten, einen um 25 Prozent höheren Testosteronspiegel als eine Kontrollgruppe, die kein D3 erhielt. Die D3-Anwender hatten zu Beginn der Studie niedrige D3-Spiegel, die durch die Supplementierung optimiert wurden.

Mehr als 100 Produkte werden als Testosteron-Booster vermarktet. Im Prinzip gibt es Vorteile für Männer mit unterdurchschnittlichem Testosteronspiegel, aber nicht für junge gesunde Männer, die hier über dem Durchschnitt liegen. Bodybuilder und andere Sportler, die anabol-androgene Steroide nehmen, haben keine Vorteile, allenfalls in der letzten Phase der Post-Zyklus-Erholung. Einen gewissen Schutz bekommen Athleten, die ein langes, ermüdendes Training betreiben – ihr Testosteronspiegel bleibt trotz der Belastung erhalten. Eine Ernährung mit zu wenigen Mineralien, Kalorien und Proteinen hemmt die Testosteronproduktion ebenso wie Schlafmangel und Übertraining. Bevor Sie Ihr Testosteron zu erhöhen versuchen, prüfen Sie, ob Sie Ihre natürliche Produktion sabotieren!


Text von Daniel Gwartney
Foto von Per Bernal


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue