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06.04.2016

Testosteron für erweiterte Blutgefäße

Für die meisten Bodybuilder gibt es dieses eine, ganz spezielle Gefühl: den Pumpeffekt.

Testosteron für erweiterte Blutgefäße
Bildquelle: Sportrevue
Bodybuilding-Training hat etwas ganz Besonderes an sich. Wettkämpfe bringen ihre eigenen Belohnungen ans Licht: Ruhm, Ehre, gesellschaftliche Anerkennung und für ein paar wenige sogar ein Vermögen. Für die meisten jedoch, die nie Wettkämpfe bestreiten – und ebenso für den übersättigten Profi – gibt es dieses eine, ganz spezielle Gefühl: den Pumpeffekt.

Jemandem das euphorische Gefühl eines Pump zu beschreiben, der noch nie einen erlebt hat, ist so ergiebig, als wollte man einem Blinden ein Gemälde von Salvador Dalí erklären (dessen Werke sich übrigens auch einem Menschen im Vollbesitz seiner Sehkraft nicht erschließen). In dem Film „Pumping Iron“ (1977) gibt es eine Szene, in der Arnold Schwarzenegger den Pump folgendermaßen beschreibt: „Das tollste Gefühl, das du im Studio bekommen kannst, ist der Pump. Sagen wir mal, du trainierst deinen Bizeps. Blut strömt in die Muskeln – und das ist das, was wir den Pump nennen. Deine Muskeln werden wirklich ganz prall! Es ist, als wollte deine Haut jeden Moment explodieren, denn sie ist absolut gespannt. Es ist, als wollte jemand Luft in deinen Muskel pumpen. Er bläht sich auf und fühlt sich völlig anders an. Es fühlt sich fantastisch an!“

Dann fährt Arnold fort, um den Pump mit einem sexuellen Höhepunkt zu vergleichen: „Für mich ist es so befriedigend, als würde ich kommen. Wie der Sex mit einer Frau und dann einen Orgasmus haben – so ist es mit dem Pump. Als wäre ich im Himmel! Ich habe das Gefühl, im Studio oder zu Hause zu kommen. Oder auch, wenn ich hinter der Bühne bin und einen Pump bewirke, oder vor 5000 Zuschauern mein Posing absolviere. Für mich ist es immer wie ein Höhepunkt – ich komme Tag und Nacht! Ich meine, es ist großartig, nicht wahr? Ich bin im Himmel...“

Nach dem Lesen von Arnolds Beschreibung rennen vielleicht viele von Ihnen ins Studio, um sich von ihrer sexuellen Frustration zu befreien. Andere mögen sich die Augen reiben und versuchen, die Vorstellung, wie Arnold seine direkte Umgebung ohne Vorwarnung befruchtet, loszuwerden. Der Mann ist eine Ikone des Bodybuilding, doch über das Ausmaß seiner Beschreibung werden sich die meisten wohl kaum klar – Gott sei Dank! Dennoch stellt der Pump eine Art Belohnung dar, die den Bodybuilder dazu treibt, ihn bei jedem Workout zu bewirken. Das vorherrschende Ergebnis ist auf Dauer größeres Muskelwachstum!

Der allmächtige Pump


Ein Pump wird am ehesten mit der Vasodilatation (Gefäßerweiterung) der kleinen Arteriolen (Blutgefäße) des trainierten Muskels verbunden, was zur Anschwellung der Kapillare, einem größeren Gefäßumfang und kutaner Gewebsspannung (straffe Haut) führt. Die Zunahme des Muskelvolumens kann enorm sein – je nach Grad der Vasodilatation, dem Kapillarnetz, der Muskelmasse, den zellulären Faktoren, der Hormonantwort und Hydration. Aber auch Testosteron spielt bei der Gefäßfunktion eine Rolle...

Seit Jahrzehnten veröffentlicht die medizinische Literatur jede bekannte und vorstellbare negative Auswirkung, die mit Testosteron und anderen anabolen/androgenen Steroiden (AAS) in Zusammenhang steht. Doch wurde im Laufe der Zeit ebenso klar, dass Testosteron etliche physiologische Vorteile bietet. Wichtig für diesen Artikel ist die traditionelle Meinung, Testosteron würde Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschleunigen – und zwar aufgrund der größeren Verbreitung von Herzinfarkten bei Männern als bei Frauen. Aber ähnlich wie mit Prostatakrebs stellen Herzerkrankungen eher eine Plage für ältere Männer dar, die vermutlich an einem altersbedingten Rückgang beziehungsweise Mangel an Testosteron leiden. Alles sehr interessant, aber was hat das mit dem Pump zu tun?

Die meisten Leser kennen wahrscheinlich Stickstoffmonoxid (NO), da es nach wie vor eine wichtige Zutat in vielen Supplementen für die Zeit unmittelbar vor dem Training ist. NO spielt mehrere Rollen im Körper, am wichtigsten ist jedoch seine Wirkung auf die Blutgefäße. Wenn NO aus Arginin oder anderen Nitritquellen produziert wird, weiten sich die Blutgefäße und transportieren mehr Sauerstoff zu dem umgebenden Gewebe. Die NO-Produktion kann durch eine geringe Sauerstoffverfügbarkeit, Training und verschiedene Medikamente (zum Beispiel Nitroglyzerin-Tabletten) ausgelöst werden. Interessanterweise beeinträchtigt Training mit exzentrischen Wiederholungen die Gefäßerweiterung. Also sollten diejenigen, die ihre Muskeln aufpumpen wollen, exzentrische beziehungsweise langsame negative Sätze vermeiden...

Die NO-Wirkung kann auch durch die Aufnahme von PDE-Hemmern [Phosphodiesterase-Hemmer] verlängert werden. Einige Bodybuilder und Ausdauersportler berichten von subjektiven Vorteilen, wenn sie vor dem Workout dosiert Viagra zu sich nehmen. Vielleicht sollten wir dankbar sein, dass Viagra noch nicht entwickelt war, als Arnold sein Interview über den Pump gab...

Während Arginin als Wegbereiter für NO in den Endothelzellen (Zellen, die das Innere der Gefäße auskleiden) die größte Aufmerksamkeit bekommen hat, hat sich eine Supplementierung zur Steigerung des trainingsbedingten Pump noch nicht als effektiv erwiesen. Nun wird Citrullin mit früheren Daten aufgetischt, um seine Verwendung als Vasodilator zu bekräftigen – ebenso wie Glycin- Propionyl-L-Carnitin.

Es gibt noch andere chemische Signale, um eine Gefäßerweiterung anzuregen beziehungsweise die Verengung von Blutgefäßen zu unterdrücken. Das ist ein streng reguliertes System. Denn wenn es nicht gelingt, den Blutdruck in einem akzeptablen Bereich zu halten, kann das zu Organschäden und sogar zum Tode führen. Das Schwindelgefühl, das man verspürt, wenn man sich schnell aufrichtet, stellt sich aufgrund der „posturalen Hypotonie“ ein. Und es wird schnell durch eine auf Adrenalin basierende Erhöhung der Frequenz und der Stärke des Herzschlags korrigiert. Ein Training mit geringer Intensität führt nicht zu einer signifikanten Gefäßerweiterung, da das Herz die Durchblutung ausreichend erhöhen kann, um dem Stoffwechselbedarf gerecht zu werden.

Hochintensives Training erhöht den Stoffwechselbedarf und die Anforderungen des Herz-Kreislauf-Systems (zum Beispiel Beseitigung der Stoffwechselendprodukte, Transport von Sauerstoff und Glukose), wenn mehr verlangt wird als das Herz liefern kann. Daher müssen sich die Blutgefäße im aktiven Gewebe erweitern. Dadurch kann mehr Blut transportiert werden (denken Sie an einen Wasserschlauch im Gegensatz zu einem Strohhalm), und der Blutfluss wird verlangsamt, so dass ein effizienter Austausch von Abfallprodukten, Sauerstoff und Nährstoffen stattfindet. Sogenannte NSAID (zum Beispiel Aspirin, Ibuprofen) und oral aufzunehmende Antimykotika beeinträchtigen bekanntermaßen die Gefäßerweiterung.

Testosteron, bestens bekannt für seine Auswirkungen auf die Muskeln, wirkt über Rezeptoren in der Zelle (zytoplasmatische Androgenrezeptoren), um die Gene, die langfristige anabole Prozesse (Muskelaufbau) beeinflussen, zu aktivieren oder zu deaktivieren. Weniger bekannt sind membrangebundene Rezeptoren, die Enzyme sofort aktivieren – das sind die Rezeptoren, die an der Gefäßerweiterung beteiligt sind. Erinnern Sie sich daran, dass Testosteron pulsartig freigesetzt wird! Und eine Voraussetzung, die mit einem Testosteronanstieg verbunden ist, ist hochintensives Gewichtstraining – insbesondere für große Muskelgruppen. Das sind auch die Körperpartien, die am anfälligsten für eine schnelle Gefäßversorgung (Blutkreislauf) sind.

Wenn Testosteron mit membrangebundenen Rezeptoren in den Endothelzellen interagiert, die die Blutgefäße auskleiden, erzeugen sie eine rein gefäßerweiternde Wirkung. Dies zeigte eine Studie, bei der Testosteron direkt in die Koronararterien des Herzens injiziert wurde. Was dort vor sich geht, ist nicht ganz klar, denn Testosteron scheint Einfluss auf eine Vielzahl von Signalwegen zur Gefäßerweiterung zu haben – und genau das ist nötig, um ein Nettoergebnis zu erzielen. Wird auch nur ein Signalweg geändert, führt das in der Regel zu anderen Signalwegen, die diese Wirkung zunichtemachen...

Verbesserte Herzkreislauf-Gesundheit


Es gibt verstreute Anhaltspunkte in der einschlägigen Literatur, die – zusammengefasst – einen unterstützenden Datenbestand ergeben, um die vorteilhafte Rolle Testosterons für Herz und Kreislauf zu erklären. Denken Sie an Stickoxid als Vasodilator: Testosteron steigert nachweislich den Gehalt des NO erzeugenden Enzyms eNOS in den Endothelzellen.

Der Zusammenhang zwischen Testosteron und Phosphodiesterase ist verwirrend. Einige Studien haben gezeigt, dass eine Kastration zu einer Verringerung von PDE-5 im Penisgewebe führt. Allerdings zeigt eine umfassende Überprüfung, dass Testosteron keine direkte Wirkung auf dieses Gen hat. Die Tatsache, dass PDE-5-Hemmer (zum Beispiel Viagra) ebenfalls den Testosteronspiegel erhöhen, kann als gesichert gelten oder sind ein Teil der Wirkung dieser Klasse von Medikamenten. Man hat beim Testosteron als vaskuläres Hormon festgestellt, dass es die sogenannten vasokonstriktorischen L-Typ-Kalziumkanäle unterdrückt und die gefäßerweiternden Kaliumkanäle aktiviert.

Was fehlt, sind Forschungen bezüglich der Schwellenwerte und Strukturen, die die Gefäßerweiterung fördern: Welcher Testosteronspiegel ist nötig, um einen Pump zu bewirken? Ist er relativ niedrig, wie die Forschung zur erektilen Funktion zeigt? Gibt es einen physiologischen Bereich – und zwar derart, dass eine supraphysiologische Konzentration weit über den „normalen“ Wert hinaus die Gefäßerweiterung beeinträchtigt? Muss die bioverfügbare Testosteronkonzentration in Verbindung mit dem Stoffwechselbedarf „in die Höhe schießen“? Würde ein Aufwärmen mit ein paar hochintensiven Sätzen Kniebeugen, um einen Testosteronanstieg zu erzielen, den Pump in anderen Muskelgruppen steigern? Ist der Trainingsstil mit verschlossenen Venen optimal, um einen größeren Pump zu erzeugen, so dass ein größerer Adenosinaufbau oder albumingebundenes Testosteron in der Mikrozirkulation freigesetzt wird?

Mit Blick auf Bodybuilder, die durch Anabolika ihren Körperaufbau verbessern, ist klar, dass die Pumpfunktion angesichts stark erhöhter Androgenkonzentrationen gut erhalten bleibt. Es ist zudem erwiesen, dass ein Kohlenhydrat/Protein-Drink vor dem Training, eventuell unterstützt von Citrullin und Glycin Propionyl-L-Carnitin, den Pump steigern kann. Eine interessante Beobachtung wurde hinsichtlich eines Beta-1-Antagonisten namens „Nebivolol“ gemacht: Er wird nicht nur zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet, sondern dient auch direkt zur Gefäßerweiterung – eine Wirkung, die bei anderen Medikamenten dieser Klasse nicht festgestellt wurde. Zum Glück können die meisten von uns auf natürliche Weise einen Pump bewirken – durch hochintensives konzentrisches Training mit hohem Pensum. Dadurch kommen wir alle in den Genuss von Arnolds früh erlebter Vision des Himmels!

Text von Daniel Gwartney
Foto von Per Bernal


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue