21.03.2013

Ist Bodybuilding reif für die Gesellschaft?

Ich bin auf den Tag gespannt, an dem sich Menschen einfach akzeptieren können, ohne erst mit dem Finger auf andere zu schauen

Ist Bodybuilding reif für die Gesellschaft?
Bildquelle: bigstockphoto.com /Paha_L
Bodybuilding gilt als eine der asozialsten Sportarten. Nur Arbeitslose, Zuhälter und Türsteher interessieren sich für das Training der Mutanten. Was hat das noch mit Sport zu tun, wenn man nicht mehr unterscheiden kann, ob die Muskeln ein Resultat eines Drogenkonsums oder harter Arbeit im Fitness- Studio ist? Freaks erschaffen aus ihren Körpern etwas ekelhaftes und zeigen das der ganzen Welt. Sie gelten oft als impotent, ungebildet und arrogant. Juhu, eine ganze Welt voller Vorurteile. Geschaffen von Menschen, die keine Ahnung haben. Wie sollte Bodybuilding mit so einem schlechten Ruf jemals die Chance haben, eine repräsentative und offene Sportart zu werden? Lässt die Gesellschaft das überhaupt jemals zu? Oder ist und bleibt Bodybuilding etwas abstoßendes für Außenstehende?

Wo fängt es an und wo hört es auf?
Fangen wir beim Paradebeispiel an: Der Türsteher. Mit dicken Oberarmen und erhobenen Hauptes entscheidet er, wer in die Bar/Kneipe/Discothek darf und wer nicht. Im Allgemeinen gilt er als arrogant und ungebildet. Er fühlt sich aufgrund seiner Aufgabe unglaublich wichtig und ist seines Erachtens nach eine ernst zunehmende Person. Oft führen Türsteher neben dem Eisensport auch noch Kampfsport aus. Das gibt dem ganzen dann noch eine ganz spezielle Würze. Der erste Eindruck ist damit getroffen und das Urteil ist geschrieben. Das es überall schwarze Schafe geben kann, selbst in der katholischen Kirche, ist der Gesellschaft aber bislang noch nicht aufgefallen.

Der Verstoß gegen die Gesetze
Nein, ich komme jetzt nicht mit sämtlichen Paragraphen, gegen die täglich verstoßen werden, sondern viel mehr um Normen, die nicht eingehalten werden. Der Kuchen bei Oma´s 80. Geburtstag? Kneipentour mit Freunden? Zeit für Kino? Nein, nein und nochmals nein. Und warum? Keine Zeit. Und da beginnt das Übel meistens schon. Wo Familie längst geurteilt haben lästert der halbe Bekanntenkreis noch kräftig ab. Man muss andauernd absagen, sich hohle Sprüche anhören und immer dieses gesunde Essen, als wäre das alleine nicht schon ein Grund, um mit dem ganzen aufzuhören. Warum wird man nicht als Mensch mit strengen Zielen an sich selbst akzeptiert?

Die Wannabes und ihr Gefolge
Er ist gerade 19 und hat sich in einer Fitnesskette einen teuren Vertrag unterjubeln lassen. Die erste Trainingsstunde ist noch nicht mal um und schon ließt man diese typischen Statements eines geistigen Ground Zero. Er habe sich nun dem Bodybuilding mit all den Konsequenzen verschrieben und lebt nun den ultimativen Bodybuilding Livestyle. Du drehst auch grade mit den Augen? Solche Idioten gibt es überall. Der Melbourne Shuffle ist ein Tanzstil aus Australien. Das ganze wird ziemlich im Underground behalten und wer zieht die Schiene wieder einmal durch den Schmutz? H.P Baxxter von Scooter. Es hat ihm nicht gereicht den Jumpstyle schon ins Kommerzielle zu ziehen, nein. Er muss noch einen drauf legen. Letztens hörte ich auf N-Joy Dubsteb mit und von Xavier Naidoo. Dubstep ist äh war auch eine eher unbekannte Musikrichtung mit vielen Anhängern. Nun sind es noch mehr. Danke dafür an dieser Stelle. Also wie du siehst überall gibt es Menschen, die etwas geiles in den Dreck ziehen.

Ich bin auf den Tag gespannt, an dem sich Menschen einfach akzeptieren können, ohne erst mit dem Finger auf andere zu schauen. Wobei man hier nun wieder an den Punkt der Toleranz kommt und diese Schwelle ist sehr sehr eng. Was kann man noch tolerieren und wo hört das auf? Jeder sollte für sich selbst entscheiden, was geht und was nicht geht. Aber haut dabei doch nicht blind um euch, ihr könntet nicht nur euch, sondern auch jemand anderen damit verletzen. Opfer der Gesellschaft zu sein ist schon beschissen genug, diese Oberflächlichkeiten, also warum kann man nicht leben und leben lassen?

von Team Bodybuilding.de