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Ein Mann von Wert – Steve Reeves – Teil 2

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Im zweiten Teil über Steve Reeves, erfahrt ihr mehr über seine Karriere außerhalb des Bodybuildings: Die Leidenschaft zum Film.

Die Jahre beim Film

Nur wegen seines Erfolgs auf der Bodybuilding-Bühne wurde Steve sofortiger Film-Ruhm auf dem Silbertablett serviert. Sein klassischer Körperbau brachte ihm kleine Bühnen- und Gastauftritte in TV-Shows ein.

Er spielte auch kleinere Rollen in zwei Filmen, „Jail Bait“ und „Athena“ (beide 1954), bevor er sich einen Namen in der Filmbranche machte. Nach den Dreharbeiten zu „Athena“ lernte er Sandra Smith kennen, und im Januar 1955 heirateten die beiden. Leider sollte diese Beziehung nicht halten. Steve wollte reisen, doch Sandra wollte sich in Florida niederlassen. Da sie ihre Differenzen nicht schlichten konnten, ließen sie sich im September 1955 scheiden, blieben aber gute Freunde.

Der große Durchbruch kam für Steve, als er die Hauptrolle in „Die unglaublichen Abenteuer des Herkules“ (1957) annahm. Der überragende Erfolg der Produktion in Europa und den USA begründete das Genre des italienischen Sandalenfilms. Von dieser ersten Hauptrolle an erschuf er sich einen guten Ruf in der Filmbranche. Seine Schauspielkarriere währte 14 Jahre, und er spielte in 17 Filmen mit.

Filmografie

 

    • 1954 Jail Bait
    • 1954 Athena
    • 1957 Die unglaublichen Abenteuer des Herkules
    • 1958 Herkules und die Königin der Amazonen
    • 1959 Die letzten Tage von Pompeji
    • 1959 Herkules, der Schrecken der Hunnen
    • 1959 Die Schlacht von Marathon
    • 1959 Hadschi Murad – Unter der Knute des Zaren
    • 1961 König der Seeräuber
    • 1961 Der Gauner von Bagdad
    • 1961 Der Kampf um Troja
    • 1961 Duell der Titanen
    • 1962 Äneas
    • 1963 Der Sohn des Spartakus
    • 1963 Sandokan
    • 1964 Die schwarzen Piraten von Malaysia
    • 1968 Ich bin ein entflohener Kettensträfling

Nach den Dreharbeiten zu „Die unglaublichen Abenteuer des Herkules“ lernte Steve auf einer Party in Rom Aline Czartjarwicz kennen, die Tochter einer polnischen Adelsfamilie. Sie verabredeten sich einige Male, bevor sich Steve auf den Weg in seinen wohlverdienten Urlaub machte. Zwischen September 1957 und Frühling 1958, als Steve für Dreharbeiten zu „Herkules und die Königin der Amazonen“ nach Rom zurückkehrte, sahen sich die beiden nicht. In den nächsten fünf Jahren verabredeten sie sich jedoch weiterhin und heirateten schließlich 1963 in der Schweiz.

In den letzten Jahren seiner Filmkarriere bekam Steve auch Hauptrollen in Filmen des aufstrebenden Western- Genres angeboten, so auch in „Für eine Handvoll Dollar“. Obwohl Filme dieses Typs an den Kinokassen sehr beliebt wurden, war Steve nicht interessiert, Rollen zu spielen, die nur die brutale und gewalttätige Seite der Menschen zeigten.

Sein Entschluss, diese Filmchancen anderen zu überlassen, kam auch teilweise daher, dass er sich bei den Dreharbeiten zu „Die letzten Tage von Pompeji“ eine Verletzung zuzog. Der Schmerz in seiner Schulter machte es ihm zunehmend schwieriger, den Action- und Abenteuerrollen gerecht zu werden. 1969 beendete er die Schauspielerei, aber der erstaunliche Einfluss, den Steve in Hollywood hatte, hallt noch heute nach. In den 1950ern und 60ern war er ein weltweiter Kinostar und ein Liebling der Fans.

Die goldenen Jahre

Warum tritt ein Filmstar am Höhepunkt seiner Karriere zurück? Steves Antwort war: „Mein Körper steht immer an erster Stelle. Er hat Vorrang vor jeder Karriere, jedem Filmvertrag und dem ganzen Geld der Welt. Nach ,Ich bin ein entflohener Kettensträfling‘ war mein Körper dafür nicht mehr bereit.“ Nachdem er Hollywood im Alter von 44 Jahren den Rücken zugekehrt hatte, zogen Steve und Aline auf ihre Ranch in Kalifornien. In den ersten Jahren seines Ruhestands hielt sich Steve hauptsächlich durch Fahrradfahren, Power- Walking, Schwimmen und Reiten fit. Nach einer korrektiven Operation der Schulterverletzung aus dem Jahr 1959 nahm er auch wieder sein Gewichtstraining auf.


Steve verbrachte viel Zeit auf seiner Ranch, wo er seine preisgekrönten Morgan-Pferde aufzog und trainierte (manche behaupten, er konnte Pferde genauso toll trainieren wie Menschen). Er ließ seine Pferde an vielen großen Shows teilnehmen und gewann etliche Schleifen.
1978 wurde er vom „President’s Council on Physical Fitness and Sports“ ausgezeichnet. Er erhielt auch Preise von anderen Institutionen, unter ahnderem von der „Academy of Fitness and Bodybuilding“ und der Oscar- Heidenstam-Stiftung, die ihn in die „Hall of Fame“ aufnahm. Viele Zeitschriften bezeichneten Steve zudem als den „größten Bodybuilder der Welt“. Auch wenn Steve nach dem Gewinn des Mr. Universe 1950 den Sport offiziell aufgab, ließ sein Interesse an körperlicher Fitness nie nach.

Er entwickelte die aerobe Form des Trainings weiter, die er in seinem Bestseller „Power Walking“ beschrieb. Dadurch geriet er wieder ins Rampenlicht: Er trat in mehreren TV-Shows auf und wurde als Ehrengast zu einer Reihe von Bodybuilding– Wettbewerben eingeladen. Nach der Veröffentlichung eines weiteren Buchs im Jahr 1995 war sein letzter öffentlicher Auftritt beim AAU Mr. America 1996. Dort nahm er eine Auszeichnung für sein Lebenswerk im Bodybuilding entgegen. Wie viele andere fand Steve seine Jahre im Ruhestand nicht immer rosig.
Seine Mutter starb 1985 an einem Schlaganfall. 1989 erlag seine Frau Aline, mit der er 26 Jahre verheiratet war, ebenfalls einem Schlaganfall. In den Monaten nach dem Tod seiner Frau hörte Steve zum ersten Mal in seinem Leben gänzlich mit dem Training auf. Glücklicherweise wurde seine Lebensfreude später wieder entfacht: durch eine Beziehung mit Deborah Englehorn. Durch sie fand er wieder Anerkennung für seinen disziplinierten Lebensstil.

Dieses erneute Interesse an Körperkultur motivierte Steve dazu, „Dynamic Muscle Building“ zu schreiben – ein Buch, das nach seinem frühzeitigen Tod von zwei guten Freunden vollendet wurde. Am 1. Mai 2000 tat Steve Reeves seinen letzten Atemzug. Erst sechs Wochen zuvor hatte man bei ihm ein Lymphom diagnostiziert. Wie Millionen anderer Bodybuilding– und Filmfans, die diesen Mann und seinen klassischen Körper bewunderten, werden wir stets sein Andenken in Ehren halten. Er wird immer einen bestimmten Platz im Bodybuilding haben, und sein unsterbliches Erbe wird nie vergessen werden.

VON DR. GROVER L. PORTER

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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue

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