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Lebenseinstellung Bodybuilding

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Bildquelle: bigstockphoto.com /Paha_L

Kaum eine Sportart wird so mit Gespött überhäuft wie die Sparte Bodybuilding. Bodybuilder seien aggressiv, wären Impotent und haben durch chemische Hilfsmittel ein kleines Gehirn (davon mal abgesehen, dass dies anatomisch nicht wirklich möglich ist. Ich bewege mich seit mehr als 10 Jahren in dieser Szene und glaubt mir manchmal stimmen diese Klischees… LEIDER
Doch habe ich im Zusammenhang viele hoch intelligente Menschen getroffen, unter ihnen Akademiker, Ärzte und Professoren. Aber Bodybuilder sind halt anders, wir sind eine Randgruppe und Randgruppen leben nun mal am Rande der Gesellschaft.

Ein „Otto Normalsportler“ oder gar „Otto normal Mensch“ kann nicht verstehen, was dieser Sport einem alles abverlangt. Nicht mal die meisten Leistungssportler können annähernd nachvollziehen, wie es ist mit fast 0 Kohlenhydraten zu versuchen Bestleistungen im Job und im Training zu bringen.
Allein der Tagesablauf eines Bodybuilders (ich rede natürlich von ernsthaften Bodybuildern und nicht von Klischee erfüllenden Mc Fit Disco Pumpern) würde einen normalen Menschen vor „unlösbare“ zeitliche Probleme stellen.
Morgens aufstehen = Supplemente einnehmen, Mahlzeit 1.
Tasche nehmen, das in Tupperdosen verpackte essen schnappen und ab zur Arbeit.
Mahlzeit zwei in der Frühstückspause, Mahlzeit drei zum Mittag.
Dann pre und post Workout Nutrition. Mahlzeit Fünf und Sechs Folgen zu Hause.

Nach der Arbeit geht es ohne Umwege zum Sport. Krafttraining und für diejenigen unter uns die gern das ganze Jahr eine einigermaßen vorzeigbare Form haben, auch noch Cardio.
Wenn der „Normalmensch“ schon auf dem Sofa sitzt geht es nach Hause. Die Familien Väter unter uns (für nicht Bodybuilder: JA AUCH UNTER BODYBUILDERN GIBT ES VÄTER) verbringen dann noch Zeit mit den Kids.
Doch auch danach ist noch keine Ruhe angesagt. Wenn man nicht (so wie ich) eine liebevolle Frau zu Hause hat, die sich neben Ihrer Arbeit noch um das Essen kümmert, muss man selber an den Herd. Nach 30-60 min sind dann alle Mahlzeiten verpackt und für den nächsten Tag bereit. Schnell noch Wäsche gewaschen, frische Sportklamotten in die Tasche (JA DIE MEISTEN BODYBUILDER WECHSELN AUCH TÄGLICH IHRE SPORTKLAMMOTTEN, WAS MAN VON SO MANCHEN OTTO NORMAL SPORTLER LEIDER NICHT BEHAUPTEN KANN).
Dann nach einen 14-16 Stunden Tag gilt es noch, EHEMANN oder FREUND zu sein, bevor es an die Regeneration geht. Morgens klingelt der Wecker und alles beginnt von vorn.
Und jetzt soll mir nochmal jemand sagen er habe keine Zeit für Sport!!!

Zum Thema Bodybuilder haben nichts im Kopf:
Zum GRUNDWISSEN eines Bodybuilders gehören:

1. Wissen über die richtige Ernährung.
Welche Makronährstoffe brauche ich wann und wie viel. Bei Makronährstoffen ist in der Regel die Grenze der „Normalos“ überschritten. Sie wissen zwar in der Regel immer alles, fragen aber trotzdem bei jeder Gelegenheit penetrant nach.
Und wo Makronährstoffe sind, sind die Mikronährstoffe nicht weit. Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren wollen richtig eingesetzt werden.

2. Wissen über Training und Anatomie.
Man muss kein wandelndes Anatomielexikon sein, aber jeder Bodybuilder kann in etwa 30 Übungen und Varianten für einzelne Muskeln nennen. Welche Trainingsintensitäten für ihn die richtigen sind und wie er auch noch nach Jahren einen intensiven Trainingsreiz setzt. Fragt doch einmal einen Normalsportler was ein intensiver Trainingsreiz ist. Erwartet bitte nicht zu viel!!

3. Das Wissen über die Regeneration.
Jeder Bodybuilder ist sich bewusst, dass ohne Regeneration keine Zuwächse zustande kommen. Und das gilt für jede Sportart. Sicher kommen jetzt die Kritiker und sagen, „wo bleiben die sozialen Kontakte?“ Bla bla…
Warum ist in unserer Gesellschaft soziale Kontakte halten, immer mit Alkohol und Partys verbunden?? Wenn jemand das nicht möchte, wird er aus gegrenzt. Ich bin Bodybuilder mit Leib und Seele. Ich habe Freunde nicht nur in Bodybuilding kreisen, ich habe eine Tochter (auch wenn diese nur an den Wochenenden bei mir ist). Aber ich gehe halt nur selten auf Partys, Kneipen mag ich nicht und Discotheken sehe ich 1-2 mal im Jahr von innen. Bin ich deshalb weniger Sozialkompetent? Ich denke nein.

Wo wir gerade dabei sind, warum ist Alkohol in unserer Gesellschaft eine anerkannte Droge und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (ich rede nicht von Medikamenten) ist immer noch verpönt? Ich denke dieser Frage werde ich demnächst mal einen Artikel widmen.
Genauso wenig verstehe ich, wie es NIEMANDEN aufregt wenn ein (entschuldigt den Ausdruck) FETTER MENSCH mit 175cm und 120kg nach Luft schnappend und Bluthochdruck farbendem Gesicht durch die Gegend rennt, dem Gesundheitssystem auf der Tasche liegt mit Hypertonie, Diabetes etc. etc. Es ist normal in unserer Gesellschaft. Jetzt geht daneben ein gleichgroßer Mann. Nur 100 Kg schwer (immerhin 20kg leichter) aber durchtrainiert, kommt ohne nach Atem zu ringen die ROLLTREPPE hoch. Er fällt mehr auf, über ihn wird getuschelt.
BODYBUILDER , DOPINGOPFER bäh sieht das eklig aus. Nur weil er sich nicht maßlosen Fressorgien hin gibt (ok außer es ist Cheat-Day ;)), seinen Körper Fit hält, auch OHNE stupide durch den Wald zu rennen oder mit 21 Anderen hinter einem Ball her zu laufen.

Fazit:
Bodybuilding ist mit Abstand die Sportart die dem einzelnen am meisten Selbstdisziplin, Wissen und Hingabe erfordert.
Auch wenn es schon oft zitiert wurde:
Bodybuilding ist eine 24/7 Lebenseinstellung, Muskeln brauche REITZE, NAHRUNG und vor allem ZEIT um zu wachsen. Aber da es nun mal eine Randsportart ist, wird das NIEMALS jemand verstehen, der es nicht selbst lebt oder gelebt hat. Und damit stehen wir wieder am Anfang des Artikels.

von Team Bodybuilding.de

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