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08.02.2016

Wachstumshormon - Vorteile, Nachteile und die hässliche Seite

HGH wirkt, um Fettpolster zu mobilisieren, die Fettverbrennung zu erhöhen und magere Muskelmasse zu erhalten.

Wachstumshormon - Vorteile, Nachteile und die hässliche Seite
Bildquelle: Sportrevue
Fragen Sie jemanden auf der Straße, ob Wachstumshormon (HGH) ein Steroid ist, wird die Frage wahrscheinlich mit Ja beantwortet. HGH wird fast immer den Steroiden zugeordnet, wenn in den Medien von leistungssteigernden Mitteln die Rede ist. Das ist natürlich völlig unzutreffend, denn HGH ist kein Steroidhormon! Entgegen der landläufigen Meinung ist HGH ein Peptidhormon. Ein Peptid ist eine kurze Kette von Aminosäuren (im Wesentlichen ein Protein), die sich zu einer dreidimensionalen Struktur faltet und an Rezeptoren passt wie ein Schlüssel ins Schloss. HGH-Rezeptoren gibt es im ganzen Körper auf verschiedenen Gewebearten: Muskeln, Leber, Fett, Sehnen und anderen Organen.

HGH wird in der vorderen Hypophyse im Gehirn produziert. Es kommt in verschiedenen Längen von Aminosäuren und in unterschiedlichen Anordnungen dieser Aminosäuren vor, was die Identifikation von HGH bei Dopingtests erschwert. Obwohl synthetisch hergestelltes (rekombinantes) HGH seit den frühen 1980er-Jahren im Umlauf ist, spielen zuverlässige Tests erst seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen eine Rolle.

Die HGH-Sekretion ins Blut erfolgt über die Stimulation der Hypophyse durch das im Hypothalamus gebildete Wachstumshormon-freisetzende Hormon (GHRH) durch Hunger, Stoffwechsel, Schlaf, Durst und andere Körperfunktionen. Mit seinen direkten Verbindungen zum restlichen zentralen Nervensystem reagiert der Hypothalamus auf Stress, Nährstoffgehalt, Licht-Dunkel-Rhythmus und sogar auf Düfte. Die größte HGH-Ausschüttung erfolgt während des tiefen „langsamwelligen“ Schlafs – insbesondere nach der ersten Stunde des Schlafs. Ansonsten gibt es über den ganzen Tag kleinere pulsierende Höchstwerte der HGH-Sekretion. Die Ausschüttung kann als Antwort auf Stressfaktoren wie Training oder Schwankungen des Blutzuckers, zum Beispiel eine Unterzuckerung, erfolgen.

Vorteile


HGH wirkt, um Fettpolster zu mobilisieren, die Fettverbrennung zu erhöhen und magere Muskelmasse zu erhalten. Das geschieht, indem es sich direkt und indirekt auf die Muskeln und das Fett auswirkt. HGH wirkt indirekt auf diese Gewebe, indem es die IGF-1-Konzentration erhöht – ein weiteres Peptidhormon, das durch die Zirkulation im Blut und über die lokale Freisetzung in den Muskelzellen wirkt. IGF-1 ist ein leistungsfähiges Hormon für den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse. HGH und IGF-1 stimulieren die Muskelproteinsynthese durch die Aktivierung des mTOR-Signalwegs in den Zellen. Dies ist wichtig zu beachten, denn es ist derselbe Signalweg, der beim Wachstum vieler Krebsarten impliziert ist...

Man kann die endogene HGH-Sekretion durch bestimmte Eingriffe in die Ernährung, ins Training und in die Lebensweise erhöhen. Hochintensives Intervalltraining und intensives Gewichtstraining steigern erwiesenermaßen die HGH-Ausschüttung. Die Aufnahme essenzieller Aminosäuren nach dem Training verbessert ebenfalls die HGH- und IGF-1-Antwort. Andere Nährstoffe wie Melatonin und Arginin erhöhen auch die HGH-Sekretion. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass Arginin in sehr hohen Dosen oral (über 15 Gramm pro Tag) oder intravenös verabreicht werden muss. Es sei darauf hingewiesen, dass in der Wissenschaft darüber spekuliert wird, ob dieser akute Anstieg der HGH- und Testosteronverfügbarkeit nach dem Training tatsächlich relevant für die Muskelhypertrophie ist. Studien haben gezeigt, dass diese natürlichen Anstiege nicht wirklich effektiv mit den tatsächlichen Erhöhungen der Muskelproteinsynthese zusammenhängen.

HGH begann große Aufmerksamkeit von der Sport- und Anti-Aging-Medizin-Gemeinschaft nach einer wegweisenden Studie im Jahr 1990 zu erlangen. Diese Studie berichtete, dass ein HGH-Mangel zu einer dünneren Haut, Fettansammlungen und zum Muskelverlust bei Männern über 60 Jahren führt. Es zeigte sich auch, dass eine sechsmonatige HGH-Verabreichung bei diesen Männern von einer Zunahme der Muskelmasse, einer Fettabnahme und besseren Knochendichte der Wirbelsäule begleitet wurde. Fast sofort danach begannen Verbände wie die „American Academy of Anti-Aging Medicine“ mit der Förderung von HGH-Therapien als Jungbrunnen.

Natürlich wurden sich auch Bodybuilder und Berufssportler über das Potenzial von HGH bewusst, um für eine bessere Leistung und Erholung zu sorgen. Grundlagenforschungen zeigen, dass IGF-1 sehr wirksam ist, um die Heilung von Bändern, Sehnen, Muskeln und Knorpeln zu verbessern. Daher nimmt man an, dass HGH – mit seinem Anstieg in IGF-1 – hilft, diese Gewebe schneller zu heilen. Wie ein Tierversuch zeigte, verbesserte eine systemische Verabreichung von IGF-1 beziehungsweise von HGH plus IGF-1 die Heilung in Kollagengewebe wie Bändern. HGH allein zeigte jedoch keine heilende Wirkung. Eine jüngere US-Studie hinterfragte, ob HGH der Reparatur von Sehnen am Knochen helfen oder eher schaden würde. In dieser Studie führten die Wissenschaftler Sehnenverletzungen an der Rotatorenmanschette herbei und kurierten diese wieder, während sie die Heilung bis zum Knochen mit verschiedenen Dosen HGH beobachteten. Sie stellten fest, dass HGH – im Vergleich zu einem Placebo – letztlich zu einem erhöhten Risiko von Sehnenversagen an der Schnittstelle mit dem Knochen führte.

Was die Leistungssteigerung betrifft, bleibt HGH auch etwas hinter den Erwartungen zurück, wenn es ohne ein weiteres leistungssteigerndes Mittel verabreicht wird. In einer Studie zeigte eine sechswöchige HGH-Behandlung bei Kraftsportlern mit 30 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht täglich – und trotz eines beträchtlichen Anstiegs der IGF-1-Konzentration – keine Verbesserungen in der Kraft. Supraphysiologische HGH-Dosen bei Gesunden scheinen die Rate der Proteinsynthese zu erhöhen, den Körperfettanteil zu verringern und zu mehr Magermasse zu führen. Dennoch scheint das meiste der zugenommenen Magermasse von Wassereinlagerungen zu kommen, die der Leistung bei körpergewichtsbetonten Sportarten tatsächlich abträglich sein können. Im Bodybuilding sorgt HGH bei einer Diät für die erwünschte Körperfettreduktion, um definierte Muskeln zu bekommen, während ihr Volumen erhalten bleibt.

Weitere Studien haben gezeigt, dass eine Kombination von HGH mit Testosteron dessen Fähigkeit verbessert, Fett zu verbrennen und Muskulatur aufzubauen. Die Kombination dieser beiden Hormone scheint zu einem Synergie Effekt zu führen, der eine größere Reaktion des Muskelwachstums bewirkt. Bei älteren Männern führte die Combo von HGH und Testosteron zu einer beträchtlichen Verringerung des Körperfettanteils, zu mehr Muskelmasse und einer besseren Muskelfunktion (Kraft und Ausdauer). Der Preis für diese Verbesserung war allerdings ein erhöhter systolischer und diastolischer Blutdruck um zwölf respektive acht mmHg.

Obwohl eine HGH-Ersatztherapie den Blutdruck bei Männern erhöht, wird sie aus kardiovaskulärer Perspektive allgemein als sicher betrachtet. Langzeitstudien haben Verbesserungen bei Lipid-Markern und beim Metabolischen Syndrom ergeben. Leider hat sich gezeigt, dass eine langfristige Behandlung mit HGH das Risiko für Herz-Kreislauf-
Tod bei Frauen erhöht.

Nachteile


Eines der größten Bedenken über HGH ist, dass es Krebs auslösen kann. Das alles rührt von der Angst, dass ein HGH-Anstieg auch die IGF-1-Konzentration erhöht und den mTOR-Signalweg stärker aktiviert. Neuere Daten untermauern protein- und kalorienarme Ernährungsweisen, um die IGF-1-Konzentrationen zu verringern, die mit einem erhöhten Krebsrisiko bei Versuchstieren in Zusammenhang stehen. Die gute Nachricht für Bodybuilder ist, dass diese Studien hinsichtlich ihrer Methodik recht fehlerhaft waren und nicht mit den gesunden Proteinen, die wir zu uns nehmen, in Verbindung stehen.

Eine niederländische Studie zeigte, dass eine langfristige HGH-Ersatztherapie das Risiko für Krebstod nicht erhöhte. Daten deuten auch darauf hin, dass niedrigere HGH- und IGF-1-onzentrationen die Lebensdauer bei Versuchstieren verlängern. Wie vor Kurzem gezeigt wurde, prognostizieren niedrige IGF-1-Werte auch bei Menschen eine längere Lebenserwartung. Die Wissenschaft hinter dieser Entdeckung steckt noch in ihren Kinderschuhen.

2002 erschien ein Artikel über eine HGH-Behandlung in Kombination mit einer Testosteron- oder Östrogen-Ersatztherapie bei älteren Männern und Frauen. Obwohl die Forscher zeigen konnten, dass die Männer Verbesserungen hinsichtlich ihrer Muskelmasse und Kraft erzielten und Körperfett verloren, warnten sie vor dem Einsatz von HGH; und zwar wegen dem erhöhten Risiko für Diabetes, das bei dieser Therapie festgestellt wurde. Eine hoch dosierte HGH-Anwendung kann zur Insulinresistenz und zu Diabetes-Komplikationen wie Neuropathie, Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Krankheiten führen. Weitere Komplikationen, die festgestellt wurden, beinhalten Gelenkschmerzen, Schwellungen in den Händen und Füßen, Gynäkomastie sowie das Karpaltunnelsyndrom (Taubheitsgefühl in den Händen und/oder brennende Schmerzen). Während HGH immer beliebter bei Anti-Aging-Kliniken, Berufssportlern und Filmstars wird, geht die US-Arzneimittelbehörde FDA hart gegen unzulässige Verschreibungen von HGH vor. Die Verwendung und Verschreibung von HGH außerhalb des zugelassenen Anwendungsbereichs wie etwa für Bodybuilding wurde direkt von der FDA angesprochen: sie hat deutlich klargemacht, dass der Missbrauch strafrechtlich verfolgt wird.

2007 veröffentlichte die FDA eine Warnung mit der Erklärung, dass die Verwendung für Bodybuilding und sportliche Leistungssteigerung keine zugelassenen Indikationen für eine Verschreibung sind. Nachfolgende Kommentare haben ebenfalls klargestellt: Eine evidenzbasierte medizinische Praxis bedeutet, dass Ärzte die von der FDA zugelassenen Verwendungen für HGH befolgen sollten.

Die FDA genehmigt die Verwendung von HGH für den im Labor diagnostizierten Ausbruch eines HGH-Mangels bei Erwachsenen oder aber in der Kindheit sowie für HIV-bedingte Schwindsucht und das Kurzdarmsyndrom.

Die hässliche Seite


Eine der unschönen Folgen einer HGH-Applikation sind die körperlichen Entstellungen, die man auf Bodybuilding-Bühnen sieht. HGH kann Auswirkungen auf viele Gewebearten haben, auch auf Knorpel. HGH regt das Knochenwachstum an, indem es auf den Knorpel wirkt, der in den Wachstumsfugen von Heranwachsenden zu finden ist. Ähnlich weisen Nase, Ohren und andere Gesichtsteile Knorpel auf. Die Kombination von außergewöhnlicher Fettverbrennung und Knorpelwachstum soll zu typischen HGH-Facien (markante Gesichtsausdrücke oder Erscheinungen bei bestimmten Krankheiten) führen. Wie bereits erwähnt, kann HGH auch andere Erscheinungsprobleme wie Gynäkomastie hervorrufen.

Eine weitere kontroverse Angelegenheit ist der berüchtigte „HGH-Bauch“. Dieser Begriff wird
häufig benutzt, um die aufgeblähten Bäuche von Bodybuildern zu beschreiben, denen die Bauchmuskelkontrolle auf der Bühne fehlt. Aber kommt das wirklich vom HGH? Es stimmt. HGH kann das Wachstum innerer Organe verstärken – aber bis hin zu einem dicken Bauch? Es ist wahrscheinlicher, dass der „HGH-Bauch“ eher ein Ergebnis der Kombination aus Insulin, Anabolika, HGH sowie großen Mengen von Essen und einem faulen Posing ist...

Fazit


HGH ist ein weit verbreitetes körperförderndes Hormon. In größeren Dosen und vor allem mit Steroiden aufgenommen, baut HGH magere Muskelmasse auf. Aber das hat auch seinen Preis. Die Insulinresistenz und Wasserretention können erhebliche gesundheitliche Probleme hervorrufen. Wassereinlagerungen im Weichgewebe können Nervenkompressionssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom verursachen, was Ihre Lebensgrundlage beeinträchtigen kann, wenn Sie mit Ihren Händen arbeiten. Außerdem kann die Verwendung von HGH zu morphologischen Merkmalen führen, die Ihr natürliches Aussehen beeinträchtigen können. Mit dem Älterwerden sollten Sie erwägen, das Risiko für einen HGH-Mangel einschätzen zu lassen, wenn Sie merken, dass Ihre Haut dünner wird, sich Fettansammlungen bilden oder Muskeln schrumpfen.

Text von Victor R. Prisk
Foto von Muscular Development und Fotolia


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue