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27.05.2016

Neues über Koffein und Creatin

Koffein hat mehrere Eigenschaften, die die Wirkung von Creatin noch verstärken könnten.

Neues über Koffein und Creatin
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Creatin-Monohydrat ist eines der am häufigsten verwendeten Supplemente. Hauptsächlich deshalb, weil es für mehr Muskelmasse und -kraft sorgt. Über die Jahre haben viele Studien gezeigt, dass eine Creatin-Zufuhr bei intensivem Training die Leistung steigert und das Muskelwachstum stimuliert. Diese einzigartige Fähigkeit resultiert zum Teil daher, dass Creatin als wichtigstes Energiespeichermolekül fungiert, das die Aufzehrung der Energie in den Muskelzellen (ATP) bei Kontraktionen schnell ins Gegenteil verkehrt, die Energietanks in den Zellen wieder auflädt und für längere Kontraktionen sorgt. Mittels mehrerer unterschiedlicher zellulärer Mechanismen treibt es auch das Muskelwachstum an – einschließlich der Stimulation der Muskelzellbildung, einer erhöhten Proteinsynthese und durch die Blockierung der Produktion des katabol wirkenden Moleküls Myostatin.

Creatin und Koffein: die perfekte Mischung?


Obwohl Creatin eines der wirksamsten Nahrungsergänzungsmittel überhaupt ist, haben Forscher nach anderen Verbindungen gesucht, die entweder die Energie erzeugende Kapazität Creatins ergänzen oder seinen Transport in die Muskelzellen verstärken könnten, um diese ohnehin leistungsfähige Substanz noch zu verbessern. Dabei schien Koffein mehrere Eigenschaften aufzuweisen, die die Wirkung von Creatin noch verstärken könnten. Denn es löst die zelluläre Energieproduktion ergänzend zu Creatin aus, während es auch dessen Transport in die Muskelzellen antreibt...

Ein Großteil des positiven Einflusses von Koffein auf das Training kommt daher, dass es die zelluläre Konzentration eines Moleküls namens zyklisches AMP (cAMP) steigern kann. Diese Erhöhung von cAMP setzt mehrere zelluläre Signalkaskaden in Gang, die den Abbau von Fett (Lipolyse) und Glykogen (Glykolyse) zur Energiegewinnung auslösen. Diese Prozesse steigern die Trainingsleistung, da die arbeitenden Muskeln mit mehr Energie (ATP) versorgt werden.

Eine andere Möglichkeit zur Verbesserung des Creatin-Transports besteht darin, dass Koffein die Freisetzung von Adrenalin stimuliert, das den Natriumspiegel außerhalb der Muskelzellen erhöht. Mit dem Anstieg extrazellulären Natriums geht die Verringerung des Natriumspiegels innerhalb der Muskelzelle einher, so dass ein Natriumbedarf in der Zelle entsteht. Folglich nimmt die Muskelzelle etwas vom extrazellulären Natrium auf, um ihren Verlust auszugleichen.

Interessanterweise treibt die Natriumaufnahme in den Muskeln auch den Creatin-Transport in die Zellen an, was zu mehr Creatin im Muskel führt. Also könnte man schließen, dass ein gleichzeitiger Konsum von Koffein und Creatin die Creatin-Aufnahme antreiben sollte und damit die Muskelleistung verbessert. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Während Adrenalin den Creatin-Transport einigermaßen steigert, ist Insulin nachweisbar das wichtigste Hormon zur Förderung der Creatin-Aufnahme. Da Adrenalin dazu tendiert, die Insulinfunktion zu schmälern, kann die durch Koffein geförderte Adrenalin-Freisetzung der durch Insulin angetriebenen Creatin-Zufuhr in die Muskeln entgegenwirken, was diese fantastische Mischung aus Koffein und Creatin weniger vielversprechend macht. Andererseits zeigen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, dass eine Änderung der routinemäßigen Aufnahme von Creatin und Koffein den antagonistischen Einfluss von Koffein auf Creatin vermeiden kann. Und das ist eine hervorragende Möglichkeit, den bereits starken Einfluss, den Creatin ohnehin auf die Muskelgröße und Leistung hat, noch zu verbessern...

Koffein plus Creatin blockiert die Kraftsteigerung durch das Creatin


Trotz der ursprünglichen Annahme, dass die leistungssteigernde Wirkung Creatins durch die Kombination mit Koffein noch erhöht würde, ergaben mehrere Studien: Nimmt man Creatin zusammen mit Koffein auf, wird die positive Wirkung Creatins tatsächlich aufgehoben. Beispielsweise wurde in einer Studie die Muskelkraft vor und nach einer Creatin- beziehungsweise Creatin/Koffein-Einnahme gemessen: In der Creatin-Gruppe erhöhte sich die Kraftproduktion um etwa 17 Prozent, doch in der Creatin/Koffein-Gruppe zeigte sich keinerlei Kraftsteigerung.

Das zeigt deutlich, dass Creatin die Muskelleistung verbessert, wenn es allein aufgenommen wird. Die leistungssteigernde Wirkung von Creatin bleibt jedoch völlig aus, wird es zusammen mit Koffein zugeführt – möglicherweise durch den aufgehobenen Creatin-Transport in die Zellen, wie zuvor beschrieben.

Koffein senkt den Spiegel des Creatinphosphat


Eine der Wirkungen, die mit Koffeinkonsum verbunden ist, ist die Aktivierung des energieregulierenden Enzyms AMPK. Dieses schaltet sich ein, wenn nur wenig Energie in den
Zellen vorhanden ist, was sich durch gesunkene ATP-Werte zeigt. AMPK setzt Prozesse in Gang, die die Zellenergie wieder aufladen, indem ATP-produzierende Vorgänge initiiert und Signalwege, die ATP verbrauchen, blockiert werden. Da die Creatinkinase die Umwandlung von ATP in Creatinphosphat beschleunigt, tendiert sie dazu, die ATP-Werte zu senken, wenn sie aktiv ist. Daher wird die Aktivität der Creatinkinase von AMPK streng reguliert, um den ATP-Spiegel in den Zellen zu regulieren. Folglich sollte Koffein, da es AMPK aktivieren kann, auch die Creatinkinase und die Produktion von Creatinphosphat hemmen können...

Koffeinzufuhr nach einem AufLaden mit Creatin steigert die Muskelkraft


Auch wenn eine gleichzeitige und längerfristige Einnahme von Koffein und Creatin den leistungssteigernden Effekt von Creatin auf die Muskelkraft aufhebt, zeigt eine aktuelle Studie Folgendes: Eine alleinige Creatin-Zufuhr (etwa 30 Gramm am Tag) für fünf Tage, gefolgt von einer relativ hohen Dosis Koffein (etwa 600 Milligramm eine Stunde vor dem Training), verbessert die Kraftproduktion der Muskeln bei hochintensivem Training drastisch. Die Ergebnisse dieser Untersuchung bestätigen, dass die Wirkung von Creatin für stärkere Muskeln von einer akuten Koffeinaufnahme nicht nachteilig beeinflusst wird – vor allem dann nicht, wenn das Koffein nach der Aufladephase mit Creatin konsumiert wird.

Eine Steigerung der Muskelkraft, wenn man Koffein nach einer Ladephase mit Creatin zu sich nimmt, findet wahrscheinlich deshalb statt, weil es während der Aufladetage für
den Creatin-Transporter der Muskelzellen genügend Zeit gibt, reichlich Creatin in die Zellen zu übertragen, ohne vom Koffein gehemmt zu werden. Dann, nachdem die Muskelzelle voll mit Creatin ist und eine beträchtliche Menge Creatin in das hochenergetische Molekül Creatinphosphat für eine bessere ATPProduktion und Muskelleistung umgewandelt wird, kann die akute Koffeineinnahme unmittelbar vor dem Training einen weiteren Transport in die Muskelzellen auslösen sowie eine zusätzliche Energieproduktion fördern und somit eine noch bessere Muskelleistung aufrechterhalten.

Text von Dr. Michael Rudolph
Fotos von Per Bernal


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue