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18.01.2016

Arachidonsäure fürs Muskelwachstum

Eine der wichtigsten Aurfgaben von Fettsäuren ist die Anregung der Produktion bestimmter Hormone, die die Muskelhypertrophie verstärken.

Arachidonsäure fürs Muskelwachstum
Bildquelle: Sportrevue
Obwohl es etwas kontraintuitiv erscheinen mag, kann die Fettzufuhr tatsächlich Ihren Körper verbessern. Vorausgesetzt, Sie essen 1. nicht zu viel davon und 2. die richtigen Arten von Fett. Während Fettsäuren hauptsächlich als Energiequelle für den Körper dienen, haben sie auch mehrere andere Funktionen: eine der wichtigsten ist die Anregung der Produktion bestimmter Hormone, die die Muskelhypertrophie verstärken. Ein gutes Beispiel dafür ist Arachidonsäure (AS).

AS ist eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die in den in Zellmembranen vorkommenden Phospholipiden eingebunden ist. Als Reaktion auf bestimmte Stimuli, wie zum Beispiel die mechanische Belastung beim Gewichtstraining, wird AS durch das Enzym Phospholipase-2 von diesen Phospholipiden abgespalten und in der Zelle freigesetzt. Die freie intrazelluläre AS unterzieht sich dann einer schnellen enzymatischen Umwandlung durch die Cyclooxygenase-Enzyme COX-1 und COX-2 in Prostaglandine. Die Umwandlung von AS in Prostaglandine nach dem Training spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung entscheidender Faktoren, die für das Muskelzellwachstum benötigt werden – und das macht AS zu einer vielversprechenden Nahrungsergänzung für größeres Muskelwachstum und mehr Kraft!

Arachidonsäure steigert das Muskelwachstum


Ob ein Muskel wächst oder verkümmert, hängt vom Verhältnis zwischen der Muskelproteinsynthese und dem Muskelabbau ab, wobei eine größere Proteinsynthese das Wachstum fördert. Der Nettoeffekt von AS auf das Muskelwachstum ist abhängig von den Gesamtwirkungen der einzelnen Prostaglandine, die von der AS abgeleitet werden sowie von den verschiedenen Einflüssen, die sie auf die Muskelproteinsynthese oder den Muskelabbau haben. Nichtsdestotrotz ist der Einfluss der von AS abgeleiteten Prostaglandine auf die Muskelproteinproduktion alles andere als unkompliziert – und es ist gezeigt worden, dass unterschiedliche Prostaglandine die Menge des Muskelproteins sowohl erhöhen als auch senken.

Trotz der wichtigen Rolle der Prostaglandine als Beschleuniger des Muskelwachstums haben Wissenschaftler erst vor Kurzem versucht, die komplizierte Beziehung zwischen AS und der Muskelproteinproduktion durch die Untersuchung des Nettoeffekts der AS-Aufnahme auf die Muskelhypertrophie zu klären. Eine US-amerikanische Studie stellte fest, dass eine AS-Zufuhr eine dosisabhängige Steigerung der Muskelfasergröße und Muskelproteinansammlung stimulierte, die zusammen größere Muskeln fördern. Darüber hinaus wurde die Auswirkung auf das Muskelwachstum mit eine größeren Umwandlung von AS in die Prostaglandine PGE2 alpha und PGF2 alpha verbunden; und zwar basierend auf der Tatsache, dass diese Steigerung des Muskelwachstums durch die NSAID-Hemmung des COX-2-Enzyms verhindert wurde – das insbesondere PGE2 alpha und PGF2 alpha produziert. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte AS-Verfügbarkeit (durch Supplementierung) die Prostaglandinsynthese erhöht und das Nettowachstum über einen COX-2-abhängigen Signalweg stimuliert.

Ibuprofen wirkt dem durch Arachidonsäure angetriebenen Muskelwachstum entgegen


Es ist also eine Tatsache, dass eine COX-2-Hemmung durch NSAIDs die Produktion muskelaufbauender Prostaglandine verringert. Darüber hinaus untersuchte eine andere Studie, ob ein ganz bestimmtes NSAID – nämlich Ibuprofen – ebenfalls die Produktion der von AS abgeleiteten Prostaglandine und – noch wichtiger – die Muskelproteinsynthese unmittelbar nach einem hochintensiven Widerstandstraining bei Menschen reduzieren könnte. In dieser Studie nahmen 24 gesunde Männer täglich 1200 Milligramm Ibuprofen zu sich, während sie zehn bis 14 Sätze Beinstrecken absolvierten, die exzentrische Wiederholungen mit 120 Prozent ihres Einer-Maximums beinhalteten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die normale Steigerung der Muskelproteinsynthese, die innerhalb von 24 Stunden nach exzentrischem Gewichtstraining auftritt, durch die Ibuprofen-Einnahme im Vergleich zur Placebo-Gruppe stark verringert wurde. Darüber hinaus minderte das aufgenommene Ibuprofen die Produktion des Prostaglandins PGF2 alpha um 77 Prozent.

Zusammenfassend lässt sich aus diesen Resultaten schlussfolgern, dass eine NSAID-Aufnahme die Steigerung der Muskelproteinsynthese nach der Trainingseinheit vermindert, indem die COX-2-Produktion von PGF2 alpha blockiert wird und somit wahrscheinlich ein Muskelwachstum ausschließt. Dieser Tatbestand macht die kombinierte Einnahme von AS und NSAIDs wie Ibuprofen kontraproduktiv.

Arachidonsäure steigert die Muskelkraft


Um die Auswirkung einer AS-Einnahme auf die Muskelkraft während des Gewichtstrainings zu bestimmen, hat eine Studie den Einfluss einer erhöhten AS-Verfügbarkeit auf zirkulierende Prostaglandine und die muskuläre Entwicklung untersucht. Dabei handelte es sich um eine Doppelblind-Studie, an der 31 mit Widerstandstraining erfahrene Männer teilnahmen. Sie bekamen entweder ein Placebo oder ein Gramm AS am Tag verabreicht, während sie an vier Tagen pro Woche ein normales Gewichtstrainingsprogramm absolvierten. Blutproben bei nüchternem Magen, das Einer-Maximum beim Bankdrücken und die anaerobe Leistung wurden zu Beginn sowie nach 25 und 50 Tagen der Supplementierung gemessen: Nach den 25 Tagen erhöhten sich die PGE2-Werte, und nach 50 Tagen lag auch der Höchstwert der anaeroben Leistung deutlich höher. Wenngleich – seltsam genug – es keine erhebliche Zunahme der Muskelmasse gab.

Interessanterweise kann das fehlende Muskelwachstum zum Teil auf den Rückgang von Interleukin-6 (IL-6) in dieser Studie zurückzuführen sein. IL-6 ist ein Zytokin, dessen Konzentration sich im Muskel als Reaktion auf intensives Gewichtstraining normalerweise erhöht und – ebenfalls als Antwort auf das Training – die Muskelproteinsynthese stimuliert.

Auch wenn die Abnahme von IL-6 in dieser Studie das ausbleibende Muskelwachstum teilweise erklären könnte, vermuten die Wissenschaftler, dass die AS-Einnahme die IL-6-Konzentration und das Muskelwachstum kurzfristig verringert haben könnte, da diese Studie nur 50 Tage andauerte. Über einen längeren Zeitraum könnte jedoch das reduzierte IL-6 die Entzündung mindern, die während eines intensiven Workouts auftritt – und somit die mit hochintensivem Training verbundene Stoffwechselbelastung etwas verringern. Das würde es dem Sportler erlauben, mit höherer Intensität zu trainieren und schließlich mehr Muskelwachstum stimulieren. Natürlich müssen noch mehr Forschungen angestellt werden, um die akute und langfristige Auswirkung, die AS auf das Muskelwachstum nach dem Widerstandstraining hat, zu untersuchen. Erst dann kann man weitere Schlüsse ziehen...

Ist Arachidonsäure schlecht für Sie?


Während AS eindeutig positive Auswirkungen auf Muskelwachstum und - kraft hat, sind Bedenken hinsichtlich nachteiliger Nebenwirkungen von AS aufgetaucht. Hauptsächlich deshalb, weil sie als wichtiger Vorläufer für Prostaglandine fungiert, der Entzündungsprozesse anregen kann, die mit vielen chronischen Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang stehen. Folglich glauben viele, dass eine Aufnahme von AS aufgrund ihrer entzündungsfördernden Wirkungen minimiert werden sollte. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass eine verantwortungsvolle AS-Aufnahme übermäßige Entzündungen oder die zuvor genannten Erkrankungen verursacht.

Tatsächlich dient AS als Baustein für Prostaglandine, die sowohl entzündungsfördernd als auch entzündungshemmend sind. Und mehrere Untersuchungen haben zu dem Ergebnis geführt, dass AS nicht zu mehr Entzündungen führt, während andere Studien sogar andeuten, AS könne Entzündungen verringern. Es ist daher zweifelhaft, dass eine Nahrungsergänzung mit AS zu chronischen Entzündungen und Krankheiten beiträgt.

Text von Dr. Michael J. Rudolph
Foto von Shutterstock


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue