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15.01.2016

Was Sie über Fettverbrennung wissen sollten

Wer weiß, wie Fettzellen ihre Speicher aufbauen, gespeichertes Fett zersetzen und an den Körper signalisieren, kann den Fettabbau besser verstehen.

Was Sie über Fettverbrennung wissen sollten
Bildquelle: Sportrevue
Die frei verkäuflichen Medikamente und Nahrungsergänzungen zur Fettverbrennung werben mit wissenschaftlich wirkenden Berichten und anatomischen Zeichnungen mit dicken roten Pfeilen. Die Berichte sind (manchmal absichtlich) verwirrend, aber wer könnte einem dicken roten Pfeil widerstehen? Um sich nicht hereinlegen zu lassen, muss der Käufer die Hintergründe verstehen und zwischen Wahrheit, Dichtung und Fälschung unterscheiden können.

Fakten zum Fett


In diesem Artikel bezieht sich der Begriff „Fett“ ganz einfach auf die gelbliche Masse, die sich unter der Haut und um die Organe sammelt, oft als Ergebnis von zu viel Essen und zu wenig Bewegung. Jede unserer Mahlzeiten enthält mehr Kalorien als der Körper sofort verbrauchen kann. Die Überschüsse werden in Gewebe geleitet, die speziell als Speicher für die spätere Verwendung der Kalorien dienen. Zucker und einige Aminosäuren können als langkettige Stärke namens Glykogen gespeichert werden. Die größten Glykogenspeicher sind in den Skelettmuskeln und in der Leber. Fett und überschüssiger Zucker werden auch als Körperfett gespeichert. Das Fett wird vor allem im Fettgewebe gespeichert, das überwiegend aus weißen Fettzellen besteht. Es gibt auch andere Fettzellen, braune und beigefarbene, aber diese haben andere Funktionen.

Die meisten von uns beklagen sich über das Fettgewebe, aber es ist auch ein wichtiges Organ mit zahlreichen Funktionen. Es speichert Energie für Zeiten einer Mangelernährung oder lang anhaltende Aktivitäten. Es verhindert die Ansammlung von Fett in ungeeigneten Geweben und Organen wie Arterien, intermuskulären Depots oder in der Leber; und es gibt Hormone und Botensignale ab, die sich auf den Stoffwechsel des gesamten Körpers auswirken.

Fettzellen funktionieren am besten, wenn sie nicht überfordert sind. Lange wurde angenommen, dass unsere Fettzellen seit der Geburt angelegt sind. Das stimmt nicht. Die Anzahl der Fettzellen ändert sich und kann zunehmen, aber nur langsam. Wenn sie ständig mit Fett überversorgt werden, wachsen sie eher, als dass ihre Anzahl zunimmt. Übermäßig große Fettzellen werden als „hypertroph“ bezeichnet und senden Signale aus, dass der Körper sich in einem toxischen Zustand befindet. Schließlich ist die Völlerei eine der sieben Todsünden und Fettleibigkeit eine Krankheit. Bei Fettleibigen sind viele der mit dem Gewichtsverlust verbundenen Vorteile das Ergebnis kleinerer Fettzellen...

Wer weiß, wie Fettzellen ihre Speicher aufbauen, gespeichertes Fett zersetzen und an den Körper signalisieren, kann die „Wissenschaft“ des Fettabbaus besser verstehen. Zum Wachsen benötigen die Fettzellen nicht nur eine Menge Fett im Blutkreislauf (die Triglyzeride und Lipoproteine), sondern auch Signale, die Enzyme an der Fettzellmembran aktivieren, welche die Triglyzeride in Glyzerol und freie Fettsäuren zerlegen. Das Fett bewegt sich meist in der Form von Lipoproteinen. Fett besteht aus drei Fettsäuren, die an ein Glyzerol gebunden sind. Triglyzeride können nicht in die Fettzelle absorbiert werden, sondern nur als Glyzerol und Fettsäuren. Die Fettzelle setzt diese wieder zu Fett (Triglyzeriden) zusammen, die in Kügelchen gespeichert werden. Das sind im Prinzip Frischhaltebeutel in der Fettzelle, die eine ölige, schmalzähnliche Substanz enthalten. Die Fettkügelchen sind inaktiv. Deshalb hielt die Forschung die Fettzellen lange nur für Speichergewebe und kein Gewebe, das den Rest des Körpers beeinflusst. Aber dazu später mehr...

Stimulierung des Fettabbaus


Die Fettzellen stoßen ein Enzym aus, das passierende Lipoproteine zersetzt, die sogenannte Lipoprotein-Lipase (LPL). Dieses Enzym wird aber nur bei den richtigen Signalen oder unter den richtigen Bedingungen aktiv. Im satten Zustand (während und nach den Mahlzeiten), unter hohen Konzentrationen von Glukose (Zucker) oder unter dem Einfluss von Insulin wird LPL aktiv. Training oder andere körperliche Belastungen reduzieren die Aktivität von LPL. Andere Gewebe haben ein anderes Reaktionsprofil auf LPL (so erhöhen Training oder Fasten das LPL in den Skelettmuskeln), um den jeweiligen Bedürfnissen der Zellen Rechnung zu tragen. Ist Ihr Bauch voll, können Sie Kalorien für später speichern. Sind Sie aber körperlich aktiv oder hungrig, liefern die Kalorien dem metabol aktiven Muskel seine Energie.

Und deshalb gilt: Meiden Sie stark kohlenhydrathaltige Mahlzeiten! Versuchen Sie, das Insulin zu mäßigen und sitzen Sie nach Mahlzeiten nicht herum, damit Sie den Blutfluss und LPL in aktiven Muskeln aktivieren und nicht die Fettzellen. Es ist kein Wunder, dass viele Menschen, insbesondere diejenigen mit zu viel Fett, insulinresistent sind. Sie haben also hohe Insulinspiegel und stoßen nach einer Mahlzeit mehr Insulin aus als „normale“ Menschen. Gleichzeitig haben sie oft hypertrophe Fettzellen. Hypertrophe Fettzellen setzen das Enzym LPL nicht so schnell in Gang und „verlieren“ oft freie Fettsäuren in den Blutkreislauf. Das hört sich zwar nach Fettverlust an, sorgt aber dafür, dass das Fett in „ektopische“ Speicherorte gelangt und den Stoffwechsel völlig durcheinanderbringt. Überwiegend sitzende Personen mit viel ektopischem Fett entwickeln ein metabolisches Syndrom, was zu erhöhtem Blutdruck, dem Risiko von Typ-2-Diabetes und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.

Fettzellenenzyme und Hormone für den Fettabbau


Der Fettabbau wird auch von Rezeptoren und Enzymen auf und in der Fettzelle gesteuert. Die Speicherung von Fett erfolgt bei Sättigung, Exposition gegenüber hohem Blutzucker oder Insulin und im Ruhezustand, während die Zersetzung und Freisetzung des gespeicherten Fetts aus den Fettzellen beim Fasten, im hypoglykämischen Zustand (niedriger Blutzucker), unter dem Einfluss gegenregulatorischer Hormone gegen Insulin und bei Aktivitäten oder unter Belastung geschieht.

Da die Fettzelle die gespeicherten Triglyzeride zersetzen muss, bevor sie diese als Fettsäuren und Glyzerol in den Blutkreislauf abgibt, sind eine Reihe von Enzymen beteiligt. Die Signale für diesen Prozess kommen jedoch über den Kreislauf in der Interaktion mit speziellen Rezeptoren. Die Fettspeicher reagieren auf Insulin, aber eine Reihe von Hormonen arbeiten dagegen: Glukagon, Cortisol, Epinephrin und Adrenalin, natriuretische Peptide und HGH. Der Körper ist nicht scharf auf ein Sixpack – aber wenn die Glukosespiegel gefährlich niedrig werden (das Gehirn ist stark davon abhängig), werden diese Schutzhormone ausgestoßen, um Energie zum Gehirn zu bringen. Die meisten anderen Gewebe können Fettsäuren als Treibstoff nutzen – einige wie der Herzmuskel verbrennen sogar lieber Fett als Zucker. So wird das gespeicherte Fett freigesetzt, um Leber, Muskeln, Herz und andere Organe zu versorgen. Damit bleibt die verfügbare Glukose dem Gehirn vorbehalten. Zudem neigen die gegenregulatorischen
Hormone auch dazu, Muskelprotein zu zersetzen und als Aminosäure in den Blutkreislauf abzugeben. Bestimmte Aminosäuren können in Glukose umgewandelt werden, andere in Ketone, die von vielen Gewebearten benutzt werden. Ein Hormon, das bei Fettabbau eine entscheidende Rolle spielt, wird während längerer Fastenzeiten sogar reduziert: das Schilddrüsenhormon. Wer eine lange Diät mit wenigen Kalorien macht, reduziert über diesen Prozess oft den Energieverbrauch (die tägliche Kalorienverbrennung).

Training und Fasten


Man muss nicht jeden Tag fasten. Einige fordern, jeden zweiten Tag zu fasten (oder sehr wenige Kalorien aufzunehmen), um die Nutzung der Fettspeicher zu verbessern. Fasten bezieht sich auf jeden Zeitraum zwischen den Mahlzeiten, der lang genug ist, dass die erhöhte Verfügbarkeit von Nährstoffen und die entsprechenden hormonellen und metabolen Reaktionen nachlassen. Die meisten wachen morgens in einem Fastenzustand auf, denn sie haben über acht Stunden nichts gegessen. Bei Menschen, die alle paar Stunden essen, ist dies die einzige echte Fastenzeit des Tages.

Manche absolvieren morgens aerobes Training, um die Freisetzung von Fett aus den Fettzellen zu fördern und die neu verfügbaren Kalorien im aktiven Muskel zu verbrennen. Hoch intensives oder längeres aerobes Training ist allerdings zu meiden, das führt zu unerwünschtem Muskelverlust (Katabolismus). Thermogene Supplemente können hier zum Fettverlust beitragen, indem sie die Kalorienverbrennung im Muskel und im braunen Fett beschleunigen.

Wie die Fettzellen mit dem Gehinr kommunizieren


Fettzellen kommunizieren mit dem Gehirn und anderen Körpergeweben und melden die gespeicherte Energie und die allgemeine Gesundheit. Wenn die Fettzellen zu groß werden, ändert sich ihr Signal: Sie fördern nun nicht mehr gesunde Appetitmuster, Ess- und Körperfunktionen, sondern einen Zustand der chronischen Krankheit, der zu Überernährung, einem langsameren Stoffwechsel (mit weniger Energieverbrauch), hormonellen Funktionsstörungen und Entzündungen führt, die aufgrund zahlreicher anderer Prozesse im Körper die Schäden erhöhen.

Fettzellen stoßen die beiden wichtigsten Adipokine (Fettgewebshormone) Leptin und Adiponektin aus. Bei gesunden, normalgewichtigen Personen zeigt das Leptin die Menge der gespeicherten Energie an. Der Körper muss wissen, dass seine „Tanks voll sind“, bevor er sich an metabol anspruchsvolle Aktivitäten wie den Muskelaufbau oder den Verzicht auf eine Mahlzeit wagt. Das Leptin tut dies (neben anderen Pfaden) über spezielle Bahnen und Rezeptoren im Gehirn.

Fettleibige Menschen haben keinen Leptinmangel, sondern eine Leptinresistenz. Ähnlich wie beim Insulin haben sie aufgrund ihrer enormen Fettmasse einen erhöhten Leptinspiegel. Ist das Signal des Leptins aber stets eingeschaltet, lernt der Körper, es zu ignorieren. Das führt zu fast ständigem Hunger, einem langsameren Stoffwechsel (weniger Kalorienverbrennung) und beeinflusst die Fruchtbarkeit wie auch andere Funktionen.

Adiponektin ist ein separates Adipokin, das gesunde Änderungen wie eine erhöhte Insulinempfindlichkeit signalisiert. Anders als Leptin, dessen Spiegel sich mit der Fettmasse erhöht, sinkt der Adiponektinspiegel, wenn die Fettzellen hypertroph werden. Die Fettzelle signalisiert, dass sie schlecht funktioniert und versucht die Kalorien von den Speichern fernzuhalten, was zur ektopischen Speicherung führt. Ektopisches Fett ist der Ausgangspunkt für metabole Funktionsstörungen in Leber, Muskeln,Arterien und anderen Organen.

Man kann die Fettzellen aber kaum überreden, sich als gesund auszugeben, wenn sie es nicht sind. Ihr Körper lügt nicht, dafür hat er das Gehirn. Aber denken Sie daran, dass selbst ein bescheidener Gewichtsverlust schon Verbesserungen bringt, bevor man von der Fettleibigkeit über das Übergewicht in den Normalzustand kommt. Die Fettzellen erholen sich nämlich von den ständigen Attacken der Zucker- und Fettkalorien und des dominierenden Hormons – Insulin.

Die Leptin-Therapie funktionierte nicht wie erwartet, da die entsprechenden Patienten mit wenigen Ausnahmen eher an Leptinresistenz als an Leptinmangel litten. Eine Möglichkeit, einen Teil der Signale des Leptins zurückzugewinnen, ist die Gabe eines zweiten Hormons: MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon) – und zwar kleinere, spezifische Teile dieses Hormons. MSH ist das „Bräunungshormon“ der Haut, ist aber auch im Gehirn aktiv. Könnte ein fettleibiger Mensch mit einer noch akzeptablen UV-Bestrahlung die MSH-Produktion in der Haut anregen? Möglich ist das, aber wohl von begrenzter Wirkung.

Es wäre wunderbar, wenn man Mittel für den Fettabbau kaufen könnte. Ja, man kann ihn sicher mit speziellen Medikamenten oder Supplementen unterstützen. Die Grundlage für den Erfolg beim Fettabbau ist aber wie immer ein darauf ausgerichteter Lebensstil. Das ist hart, zahlt sich aber immer aus.

Text von Daniel Gwartney
Foto von Per Bernal


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Text mit freundlicher Unterstützung der Sportrevue